VERS 193 - 236                                       ZURÜCK TITEL INHALT  VOR  PDF                          NIRJARÂ- ABSTREIFEN VON KARMAS   KAPITEL 7     Samayasâra

 

 

Dann erscheint Nirjarâ auf der Bühne.

 

193.                       Was auch immer gemütsbewegende Erfahrungen der richtige Gläubige (mit einer neutralen Einstellung) in Bezug auf Sinn-wahrgenommene Objekte hat, bewusst und unbewusst, führen sie nur zur Abstreifung der karmas oder nirjarâ.

 

KOMMENTAR

 

Gewöhnlicherweise soll das Geniessen von Sinnes-wahrgenommenen Objekten, ob belebt oder unbelebt, der Grund für karmische Bindung sein, wird gesagt. Aber im Fall von einem richtigen Gläubigen, wird dies angenommen zum genau gegenteiligen Ergebnis von nirjarâ oder Zermürben von karmas zu führen. Was ist die Bedeutung von diesem Paradoxon? Geniessen von Sinnes-wahrgenommenen Objekten im Fall des richtigen Gläubigen ist ganz verschieden von der im falschen Gläubigen vorhandenen Erfahrung. Der Letztere identifiziert sich wegen des Fehlens von unterscheidendem Wissen mit den äusseren Objekten und schwelgt im Genuss derjenigen Objekte, fortgetragen durch die volle Kraft des Begehrens, Abneigung und Täuschung. In diesem Fall bringt der Genuss âsrava hervor, welcher zu frischer Bindung von karmas führt. Aber im Fall des richtigen Gläubigen, der ausgerüstet ist mit unterscheidendem Wissen und der somit fähig ist eine losgelöste Sicht über äussere Dinge anzunehmen, sind diese Bedingungen für karmische Bindungen völlig nicht vorhanden. Kein Zweifel, er hat mit nützlichen und geniessbaren Objekten der äusseren Welt, solchen wie seine Frau, Kindern, Wohlstand und Eigentum, Beziehungen. Zu diesen übernimmt er eine neutrale Einstellung. Wegen dieser neutralen Einstellung wird er weder bei deren Zunahme oder Abnahme beeinflusst. Infolgedessen gibt es keine Gelegenheit für das Hereinkommen von neuen karmas. Die Erfahrungen er hat, beziehen sich deshalb alle auf vorhergehende karmas, welche schon in ihm vorhanden sind. Wenn sie beginnen tätig zu werden, erzeugen sie entsprechende psychische im richtigen Gläubigen, der, anstatt seiner neutralen Einstellung, notwendigerweise die Früchte seiner vorhergehenden karmas erfahren muss. Demzufolge erschöpfen sich die vorhergehend erworbenen karmas nach ihrem unvermeidbaren Ergebnis zu produzieren und hören auf zu sein. Dies ist nirjarâ oder Zermürbung von karmas.

Nach die Zermürbung von materiellen karmas zu beschreiben, beschreibt der Autor als nächstes die sich ergebenden bhâvanirjarâ, die entsprechenden psychischen Ergebnisse.

 

194.                       Nützliche und geniessbare Objekte der wahrnehmbaren Welt, wenn sie durch den richtigen Gläubigen genossen werden, erzeugen unvermeidbar Vergnügen oder Schmerz wie durch gutes oder schlechtes karma bestimmt. Da diese angenehmen oder schmerzvollen Gefühle ununterschiedlich durch den richtigen Gläubigen erfahren werden, ermürben sie sich selbst und dies ist nirjarâ.

Als nächstes wird die Macht des Wissens gepriesen.

 

195.                       Gerade so wie eine Person, die ein Experte in Gegengift Kunde ist, auch obwohl sie Gift nimmt, begegnet dem Tod nicht, auch so wenn karmische Materien reif werden und ihr unvermeidbares Ergebnis von Schmerz und Vergnügen erzeugen, das wissende Selbst mit einer neutralen Einstellung erfährt diese aber bleibt ungebunden.

 

KOMMENTAR

 

Genau die Bedingungen, welche den Unerleuchteten zu Bindung  führen werden durch die Macht des Wissens entgegengewirkt, werden gelöscht und verschwinden im Fall der Erleuchteten.

 

196.                       Gerade wie eine Person, die Wein (als Medizin) nimmt ohne irgendeine spezielle Sehnsucht danach, gelangt nicht berauscht, so auch das erleuchtete Selbst, während es äusserliche Objekte ohne irgendeine spezielle Sehnsucht nach ihnen geniesst, nicht gebunden gelangt.

 

KOMMENTAR

 

So wird die ausserordentliche Potenz der Einstellung von nicht-Anhaftung im das erleuchtete Selbst frei von karmischer Bindung zu behalten erklärt, auch während er die Objekte der äusserlichen Welt erlebt.

 

197.                       Während man eigentlich geniesst, nicht wirklich geniesst; wobei ein anderer, während nicht zu geniessen, wirklich geniesst. Genau wie jemand, der ein Stück spielt nicht wirklich dieser Charakter wird.

 

KOMMENTAR

 

Ein Schauspieler auf einer Bühne kann einen besonderen Charakter in einem Drama, das beides, tragisch und komisch sein kann, darstellen. Der Schauspieler kann sehr erfolgreich seinen Part spielen, ohne eigentlich irgendeine gefühlsmässige dem Stück entsprechende Erfahrung zu erleiden. Aber ein Mensch bei den Zuhörern, der lediglich ein Zuschauer ist, kann all die Gefühle erfahren, weil er sich mental mit dem Charakter identifiziert. Im ersten Fall ist eine solche gefühlsmässige Erfahrung nicht vorhanden, trotz vollkommener dramatischer Handlung, weil der Schauspieler vollständige mentale Isolation von der dramatischen Situation beibehält. Isolation ist die Ursache des Fehlens von Gefühl, selbst während äusserliche Handlung vorhanden ist. Wobei im letzteren, selbst obwohl es keine Handlung gibt, gibt es gefühlsmässige Erfahrung entsprechend der Situation, wegen der mentalen Identifikation mit der Situation. Genau gleich ist der Fall mit einer Person, die die Objekte der äusserlichen Welt geniesst. Der bestimmende Faktor ist auch hier die mentale Einstellung und nicht Handlung. Eine Person kann Gebrauch von äusseren Objekten als eine Angelegenheit von Pflicht machen, ohne entsprechende emotionale Glut zu haben. Hier ist Handlung vorhanden und nicht das entsprechende Gefühl. Aber im Fall einer anderen Person, die unfähig ist die Einstellung mentaler Isolation zu haben, und die einen Hang nach äusseren Objekten hat, kann all die charakteristischen Gefühle haben, selbst obwohl sie sie nicht eigentlich erlebt, entweder wegen Fehlens von Gelegenheit oder von äusserlicher Einschränkung. Somit ist es wahr, dass jemand, der geniesst, nicht wirklich geniessen mag, wobei ein anderer, der nicht geniesst, wirklich geniessen mag, gemäss der mentalen Einstellung von jedem.

 

198.                       Es ist durch die grossartigen Jinas erklärt worden, dass das Aufkommen und Erfüllung von karmas von verschiedenartigen Arten sind. Aber sie sind nicht (bezogen auf) meine reine Wesensart. Ich bin gewiss der (nicht-veränderliche) Eine, der Wisser durch Wesensart.

 

199.                       Begehren ist (vorhergehend gebundene) karmische Materie. Wenn diese sich nach Reife manifestiert, gibt es das Gefühl von Begehren. Dieser psychische Zustand ist nicht von meiner Wesensart. Gewiss, ich bin der nicht-aus-der Fassung-gebrachte Eine (nicht-Verwirrte), der Wisser.

 

KOMMENTAR

 

Diese Aussage über Begehren/Begierde muss (auch) für wahr genommen werden im Fall anderer Gefühle wie Abneigung, Täuschung, Zorn, Stolz, Falschheit, Geiz/Gier, usw.

 

200.                       Dementsprechend begreift der richtige Gläubige, ein klares Wissen über Wirklichkeit habend, sein eigenes Selbst, von der Wesensart wie der Wisser zu sein und weist gefühlsmässige Zustände zurück, weil sie das Ergebnis der Manifestation von karmischer Materie sind.

 

KOMMENTAR

 

Ein klares Verständnis der Wesensart der Wirklichkeit befähigt somit jemanden, anzunehmen, was angenommen werden sollte und zurückzuweisen, was abgelehnt werden sollte.

 

201.                       Wahrlich jemand in dem Anhaftung, usw., selbst von der Ausweitung eines Atoms, vorhanden ist, kann nicht das Selbst kennen, auch wenn jemand ein Meister aller Schriften sein sollte.

 

202.                       Er, der nicht das wirkliche Selbst kennt, kann nicht das nicht-Selbst kennen. Somit ohne das Wissen von jîva und ajîva zu sein, Seele und nicht-Seele, wie kann er  jemand von richtigem Glauben sein?

 

203.                       Aufgebend die unbeständigen physischen und psychischen Zustände im Selbst (welche wegen dravya karmas und bbhâva karmas sind), macht jemanden diesen sich aus der Verwirklichung der wahren Wesensart des Selbst erfassen, welcher ewig, unveränderlich und unteilbarer Einheit ist.

 

KOMMENTAR

 

In der Erfahrung des empirischen Ego, gibt es mehrere, durch das unzutreffende Begreifen der Wirklichkeiten, hervorgebrachte psycho-physische Zustände. Diese Zustände sind unbestimmter, veränderlicher, augenblicklicher und irrtümlicher Wesensart. Infolgedessen vertreten diese nicht die wahre Wesensart des Selbst. Deshalb müssen sie abgeführt werden. Aber dieser auf der Wesensart des übersinnlichen Ego bleibende psychische Zustand wird durch gegensätzlich zu den obigen Eigenschaften charakterisiert. Dieser ist bestimmt, beständig, einer und frei von Irrtum. Infolgedessen ist dies das Ideal nachdem getrachtet werden sollte.

 

204.                       Wissen durch Sinnes-Wahrnehmung, Wissen aus Schriften, Wissen aus Hellsehen, Wissen aus Telepathie und höchstes Wissen der Wirklichkeit – all diese beziehen sich auf einen und denselben Zustand. Das ist der absolute. Verwirklichung dieses Absoluten ist moka.

 

KOMMENTAR

 

Âtmâ, das Selbst ist das Absolute. Dies selbst ist jñâna oder Wissen. Das Selbst ist eine unteilbare (Haupt-) Kategorie. Infolgedessen ist deshalb Wissen das Gleiche wie das Absolute. Infolgedessen ist es die Bedeutung (Hilfsmittel) von Nirvâa oder moka. Verschiedene Arten von Wissen, solche wie mati-jñâna, śruta jñâna, usw. unterscheiden auf keine Weise diesen einheitlichen Wissenszustand des. Diese verschiedenartigen Arten von Wissen beziehen sich nur auf diesen einheitlichen Wissenszustand. Wenn die Sonne durch Wolken verborgen ist, wird ihr Licht nicht gesehen und wenn die Wolken schrittweise auseinandertreiben, erscheint das Sonnenlicht schrittweise in veränderlichen Graden wieder, bis es ihre volle Leuchtkraft wieder gewinnt, wenn alle Wolken vollständig verschwinden. So bleibt auch das Selbst in der Form von Wissen verborgen, verschleiert durch die Schicht von karmas. Wenn die karma Wolke schrittweise auseinandergetrieben wird, dann beginnt das Selbst-Wissen in veränderndem Glanz zu scheinen. Diese Veränderung in Wissen, welches wegen der Veränderung in der Dichte der karmischen Wolke ist, impliziert in keiner Weise irgendeine Unterscheidung in der Wesensart des darunterliegenden Selbst. Dies verbleibt ohne irgendeine Unterscheidung. Es ist identisch mit höchstem Wissen. Wenn dies Wissen erlangt wird, ist es Selbst-Verwirklichung. Dann gelangt nicht-Wissen zerstört, dann ist das Selbst erlangt; all das zu nicht-Selbst gehört, verschwindet; nicht mehr Begierde, Hass oder Täuschung; nicht mehr Zufluss von frischen karmas; nicht mehr karmische Bindung; die vorhergehend gebundenen karmas ermatten automatisch; somit wenn alle karmas vollständig verschwinden, ist dieser Zustand selbst moka. Infolgedessen folgt es, dass das Absolute gleich zum Selbst ist, welches gleich zu reinem Wissen ist, und dies zu erlangen, sollte das Lebensziel sein, da dies die Türöffnung zu moka ist.

 

205.                       Diejenigen, die ohne dieses Attribut von Wissen sind, selbst wenn auch ihre Bemühungen mehrere sein mögen, erlangen diesen Zustand nicht. Wenn ihr vollständige Befreiung von Bindung wünscht, müsst ihr über diesen reinen Zustand von Wissen nachsinnen.

 

KOMMENTAR

 

Was betrachtet wird ist das Ideal. Jemand der nachsinnt ist die Person die das Ideal begehrt. Durch stetiges Nachdenken über das Ideal, eine Person auf das Ziel zielend, kommt ihm näher und näher, bis sie sich mit genau diesem Ideal identifiziert. Diese psychische Bemühung auf das Ideal zu zielen durch die Handlung von Nachsinnen ist hier als das notwendige Hilfsmittel um die wahre Wesensart des selbst zu verwirklichen klargelegt. Ausserdem wird es impliziert, dass die Wesensart des darüber nachgedachten Ideals von grossartiger Wichtigkeit ist. Die populäre Ansicht, dass jemand, der mit Hingabe über ein Ideal nachdenkt, dessen Wesensart irgendetwas sein kann, wirklich über die höchste paramâtma nachdenkend ist, ist unvereinbar mit der Jaina Siddhânta.

 

206.                       Oh! Gute Seele, (Wegwendend von den Sinnes-Vergnügungen und deine Aufmerksam immer auf die reine Wesensart des Selbst festigend), immer in Liebe mit ihr sein und infolgedessen glücklich und befriedigt sein, denn sicherlich wird ddich das zu der zukünftigen immerdauernden höchsten Wonne von moka führen.

 

207.                       Wie kann der weise Mensch, der realisiert, dass das Selbst allein das Eigentum des Selbst ist, wirklich diese fremden Objekte, solche wie seinen Körper, als echt sein eigenes Eigentum behaupten?

 

KOMMENTAR

 

Selbst ein Ignorant kann nicht den Fehler machen sein Selbst mit den äusserlichen Objekten zu identifizieren. Somit ist es ganz offensichtlich, dass ein weiser man nie solch einen Fehler machen kann. Er wird immer fähig sein, den Unterschied zwischen seinem Selbst und nicht-Selbst zu erkennen.

 

208.                       Äusserliche durch mich besessene Dinge, wenn sie absolut von meiner Wesensart sind, dann muss ich nicht-lebend (wie sie) werden. Weil ich ein Wissendes Selbst bin, sind die durch mich besessenen Objekte nicht von meiner Wesensart.

 

209.                       Es mag geschnitten werden, es mag gespalten werden, es mag gezerrt werden, es mag zerstört werden, was auch immer Deformationsweise es sich unterzieht, selbst dann betrifft es (der Körper oder irgendein anderes äusserliches Objekt) nicht mich, da es nicht wirklich mein ist.

 

KOMMENTAR

 

Die verschiedenen Arten den Körper oder andere äusserlichen Objekte zu zerstümmeln und das folgliche Leiden, wird nicht das Selbst beeinflussen, welches realisiert hat, seine wahre Wesensart unterschiedlich von dem fremder Objekte zu sein.

 

210.                       Nicht-Besitz wir gesagt, nicht-Anhaftung zu sein. Aus diesem Grund begehrt der Wisser sogar Verdienst nicht. Somit, frei von Anhaftung zu Verdienst zu sein, wird er dabei völlig der Wisser (von Verdienst).

 

KOMMENTAR

 

Dharma oder tugendhaftes Verhalten ist das Gleiche wie was puya ist. Puya wird auch betrachtet, eine Form von karma zu sein trotz der Tatsache, dass es fähig ist, angenehme Ergebnisse zu erzeugen. Infolgedessen muss es auch durch jemanden der auf das Reine Selbst zu verwirklichen versessen ist, vermieden werden. Das Reine Selbst ist von der Form von śuddhopayoga. Dies ist seine wahre Wesensart, wobei puya oder Dharma gesagt ist, die śubha-upayoga zu sein. Da das letztere verschieden von der wirklichen Wesensart des Selbst ist, sollte es durch den Wisser abgeführt werden, selbst obwohl es gewöhnlich eine wünschbare Verhaltensweise ist.

 

211.                       Nicht-Besitz wird gesagt nicht-Anhaftung zu sein. Aus diesem Grund begehrt der Wisser Fehler nicht. Somit frei von Anhaftung zu Fehler zu sein, wird er dabei völlig der Wisser (von Fehler).

 

Besitz und Anhaftung sind identisch. Wo es keine Begehren gibt, gibt es keinen Besitz. Begehren ist der aus nicht-Wissen geborene psychische Zustand. Dieser psychische Zustand der Wesensart von nicht-Wissen, kann deshalb im Wisser nicht geschehen. Der Wisser muss deshalb den psychischen Zustand von wahrem Wissen haben. Infolgedessen kann er nicht Begehren haben, welches von der Wesensart von nicht-Wissen ist. Daher begehrt er nicht einmal das, welches von der Wesensart von nicht-Wissen sit. Deshalb begehrte er auch Verdienst oder Fehler, gut oder böse nicht. Infolgedessen gibt es im Fall des Wissers keine Beziehung zu Besitz von Verdienst oder Fehler, dharma oder adhharma, da wirkliche Wesensart ist jenseits gut und böse. Was gültig ist von adharma (Fehler), ist gleichfalls wahr von râga (Begierde), dvea (Abneigung), krodha (Zorn), usw.

 

212.                       Nicht-Besitz wird gesagt nicht Anhaftung zu sein. Aus diesem Grund begehrt der Wisser kein Essen. So frei zu sein von Anhaftung an Essen, wird er dabei völlig der Wisser (von Essen).

 

213.                       Nicht-Besitz wird gesagt nicht Anhaftung zu sein. Aus diesem Grund begehrt der Wisser kein Getränk. So frei zu sein von Anhaftung an Getränk, wird er dabei völlig der Wisser (von Getränk).

 

214.                       Der Wisser hat kein Verlangen nach all diesen verschiedenartigen psychischen Zuständen (solche wie Begehren und Appetit für äusserliche Objekte). Da er wirklich von der Natur des Wissers ist, bleibt er überall unabhängig (von fremden Einflüssen).

 

215.                       Demnach der Wisser immer eine Einstellung von Verzicht auf die genussreichen umweltbedingten Objekte aufkommend von der Betätigung von karmas habend, stellt er weder ein Begehren für die gegenwärtigen Änderungen, noch ein sehnen für die zukünftigen aus.

 

216.                       Psychische Tätigkeiten entsprechend zu was fühlt und was gefühlt wird, gelangen beide jeden Augenblick vernichtet. Jemand, der dies weiss ist der Wisser. Niemals sehnt er sich für diese.

 

KOMMENTAR

 

Diese Serien von bewussten Zuständen bestehen aus schnell bewegender Empfindung, Wahrnehmung und Gedanke. Diese Elemente bilden Teile des erkennenden Aspekts des Bewusstseins. Nebst diesem erkennenden Aspekt von Serien von Bewusstsein, gibt es auch den mit jedem Thema der Serien gedanklich verbundenen hedonistischen Aspekt. Eine Empfindung oder eine Wahrnehmung, neben Information über ein äusseres Objekt zu geben, kann auch angenehmes oder schmerzhaftes Gefühl erzeugen. Dieser Vergnügen-Schmerz Aspekt ist in gedanklicher Verbindung mit jedem Thema der Serien vorhanden. Dies wiederum hat zwei Aspekte, subjektiv und objektiv, der erstere angezeigt durch die Richtung der Aufmerksamkeit, der letztere angezeigt durch die gewidmete Wahrnehmung und Vorstellung. Diese sind technisch vedaka und vedya bhâvas genannt. Wenn der Vergnügen-Schmerz Aspekt negativ ist, erzeugt er eine automatische Reaktion, entweder in Mensch oder in Tieren, sich wegzuwenden von der schmerzhaften Wahrnehmung und Vorstellung. Aber wenn der hedonistische Aspekt positiv ist und angenehm, erzeugt es eine umgekehrte Reaktion im Individuum. Das Individuum eifert zu ihm zu gelangen und es zu besitzen, weil es angenehm ist. Dieses Benehmen, welches Mensch gemeinsam mit niedereren Tieren hat, wie die Manifestation des Instinkts der Selbsterhaltung, ist im Fall eines erleuchteten Individuums nicht vorhanden. Es erkennt die Flüchtigkeit dieser schnell vorbeigehenden Reihen vor dem wirklichen Selbst, dessen Wesensart völlig unterschiedlich von den Charakteristiken der vorübergehenden Serien von bewussten Zuständen ist. Auf dieser dauernden Wirklichkeit ruhend, ist er fähig zu realisieren, dass selbst die vergnüglichen Elemente von Bewusstsein völlig vergänglich sind und fliesssend in Wesensart und infolgedessen unfähig irgendeine wirkliche Befriedigung zu erzeugen. Ausserdem realisiert es, dass es keinen grundlegenden Unterschied zwischen den vergnüglichen und schmerzhaften hedonistischen Bewusstseinsaspekten gibt, da beide wegen karmisch upâdischen Bedingungen völlig fremd zur Wesensart des Selbst sind. Infolgedessen ist sein Benehmen verschieden. Es rennt nicht nach den angenehmen Bewusstseinselementen, noch begehrt es sie zu besitzen. Das gewöhnliche Benehmen die schmerzhaften zu vermeiden und die angenehmen zu verfolgen wird in seinem Fall zu einer Einstellung von Neutralität umgewandelt, in welcher er bloss ein Zuschauer des Panoramas verbleibt, ohne in irgendeiner Weise durch die hedonistischen Elemente beeinflusst zu sein, selbst wenn sie angenehm sind.

 

217.                       Die durch sasâra bedingten psychischen Zustände führen zu Bindung, während die durch den Körper bedingten psychischen Zustände zu Genuss führen. Infolgedessen begehrt der wahre Wisser keine von diesen erzeugt ist.

 

KOMMENTAR

 

Psychische Zustände sind von zwei Arten, eine  zu sasâra gehörende, die die empirische Welt von Dingen und Personen ist, und die andere zu seinem eigenen Körper gehörenden. Die ersteren resultieren in Bindung, da sie durch die Gefühlsbewegungen wie Begehren, Abneigung und Täuschung bedingt ist. Die letztere führt zu Genuss, entweder angenehm oder schmerzvoll. Das wissende Selbst ist deshalb ohne irgendwelche Anhaftung zu irgendwelchen von diesen.

 

218.                       und 219. Gerade wie Gold in der Mitte von Dreck unverseucht bleibt, wegen seiner nicht-anhaftenden Eigenschaft. , so auch der Erleuchtete, wegen seiner vollständigen nicht-Anhaftung zu der Umgebung unbeeinflusst bleibt, selbst wenn in eine Wolke von karmas eingetaucht; wobei der Unerleuchtete wegen seiner Anhaftung zu äusserlichen Objekten, wenn in der Mitte von karmas, beeinflusst gelangt, gerade wie ein Eisenstück verseucht gelangt wenn in Dreck getunkt, wegen seiner anhaftenden Eigenschaft.

 

220.                       und 221. Der Muschel-Fisch kann verschiedene Dinge essen und aufnehmen, belebte, unbelebte und gemischte un doch kann die weisse Farbe seiner Muschelschale nicht durch die aufgenommenen Dinge in schwarz geändert werden. Auf derselben Weise kann der erleuchtete Wissen verschiedenartige Objekte, belebte, unbelebte und gemischte Objekte erleben und doch kann seine Wesensart von Wissen nicht in nicht-Wissen umgewandelt werden durch die so genossenen Dinge.

 

222.                       und 223. Der genau gleiche Muschel-Fisch (abgesehen von der Tatsache ob er andere Dinge isst oder nicht) kann innerlich sich einem Farbwechsel unterziehen, wenn die weisse Muschelschale in eine schwarze geändert werden will. Gleichermassen der erleuchtete Wisser (der unbeeinflusst durch die genossenen Dinge blieb) sich in sich selbst Verschlechterung unterziehen, durch welche er seine Wesensart von Wissen verlieren mag und eine von nicht-Wissen annehmen.

 

KOMMENTAR

 

Somit ist es klar, dass ob das Selbst seine wahre Form als der Wisser zurück behält oder in sein Gegenteil verschlechtert völlig durch es selbst bestimmt wird.

Als nächstes erklärt der Autor durch eine vom gewöhnlichen Leben genommene Schilderung den Unterschied zwischen der Betätigung vom karma im Fall des falschen Gläubigen und das im Fall vom richtigen Gläubigen.

 

224.                       bis 227. Gerade wie wann immer eine Person in dieser Welt, mit dem Ziel seinen Lebensunterhalt zu verdienen, seinem König dient und der König ihm in der Absicht der Belohnung verschiedenartige Vergnügen-erzeugende Objekte gibt, so auch das Selbst, in der Gestalt einer unerleuchteten Persönlichkeit mit dem Ziel Vergnügungen zu sichern, gibt sich in den Dienst von karmas und der karma-raja bietet ihm dementsprechend Vergnügen-erzeugende Dinge. Wann immer genau diese Person nicht dem König für seinen Lebensunterhalt dient, gibt ihm der König nicht verschiedenartige Vergnügen-erzeugende Objekte in der Absicht der Belohnung. Gleichermassen der richtig-Gläubige sich nicht im Interesse von Sinnes-Vergnügungen sich selbst zum Dienst für karmas hingibt, und folglich die karmas nicht verschiedenartige Objekte als eine Genussquelle ernten.

 

KOMMENTAR

 

Demnach ist es klar, dass im Fall des richtig-Gläubigen das karma unfähig ist irgendeine Wirkung zu erzeugen.

Während fortzufahren die Wesensart von richtigem Glauben und seine Bestandteile zu beschreiben, sagt der Autor zuerst im Allgemeinen nijśśaka oder Zweifelsfreiheit aus.

 

228.                       Seelen mit richtigem Glauben sind frei von Zweifel und deshalb sind sie frei von Furcht. Weil sie frei von sieben Arten von Furcht sind, sind sie frei von Zweifel.

 

KOMMENTAR

 

Die sieben Ängste sind

(1)    Furcht in Bezug auf dieses Lebens

(2)    Furcht in Bezug auf zukünftiges Leben

(3)    Furcht ohne Schutz zu sein

(4)    Furcht von der Enthüllung von was im Geheimen behalten wird

(5)    Furcht vor Leid

(6)    Furcht von Unfall und

(7)    Furcht von Tod

Der Autor erklärt ausserdem die Charakteristiken von niśśaka oder Zweifelsfreiheit (einer der Bestandteile von richtigem Glauben).

 

229.                       Er, der die vier Füsse (falscher-Glaube, nicht-Disziplin[1], Seelen-verschmutzende grobheitliche Gefühle, und psycho-physische Tätigkeit)[2] von was karma erzeugt, Täuschung und zu leiden ist der nicht-zweifelnde richtige Gläubige.

 

KOMMENTAR

 

Infolgedessen ist das Selbst, welches nicht-zweifelnd ist frei der sich von Zweifel ergebenden Bindung. Es hat nur die vorhergehend erworbenen karmas abzustreifen.

Als nächstes wird die Eigenschaft von nika oder Begierdelosigkeit beschrieben.

 

230.                       Er, der kein Begehren für sich aus karmas oder von allen Eigenschaften von Dingen ergebenden Vergnügungen bekundet, muss verstanden werden, ein Begierde-freier richtiger Gläubiger zu sein.

 

KOMMENTAR

 

Das Selbst, welches frei von Begierde ist, ist ipso facto[3] frei von durch Bindung erzeugter Begierde. Er hat nur nirjarâ zu tun, das Abstreifen der vorhergehend erworbenen karmas.

Als nächstes wird die Charakteristik von nirvicikitsâ erwähnt.

 

231.                       Er, der nicht irgendeine Abscheu oder Ekel gegen all die (anstössigen) Eigenschaften von Dingen zur Schau stellt, wird gesagt der richtige Gläubig ohne irgendeine Abscheu zu sein.

 

KOMMENTAR

 

Die Charakteristiken in jemandes eigenen Körper oder in der Umgebung, welche Ekel oder Abscheu in einem gewöhnlichen Mensch erzeugen, sind ohne irgendeinen Einfluss im Fall des richtigen Gläubigen, der der Wesensart von Dingen in ihnen selbst gewahr ist. Diese Einstellung von absoluter Ununterschiedlichkeit, selbst in der Mitte von ekelerregenden Dingen ist was als die Eigenschaft von nirvicikitsâ bekannt ist. Diese Einstellung von Ununterschiedlichkeit erzeugt nicht irgendein Gefühl von Ekel oder Abscheu. Seine Aufmerksamkeit wird nicht auf die unangenehme Situation in der Umgebung abgelenkt. Seine Aufmerksamkeit ist deshalb auf die wahre Wesensart des Selbst festgelegt. Infolgedessen gibt es keine aus den Gefühlen von Ekel oder Abscheu resultierende karmische Bindung. Er hat nur nirjarâ oder das Abstreifen der vergangenen karmas zu erzielen.

Als nächstes beschreibt der Autor die Eigenschaft von nicht-Täuschung (amûadṛṣṭitvam)

 

232.                       Er, der vollständig ohne Täuschung wie zu der Wesensart von Dingen ist, ist gewiss verstanden, der nicht-getäuschte richtige Gläubige zu sein.

 

KOMMENTAR

 

In diesem Fall verhindert auch Freiheit von Täuschung wie zu der Wesensart von Dingen das Erscheinen von aus Täuschung aufkommenden karmas. Infolgedessen hat der richtige gläubige nur nirjarâ zu erzielen.

Als nächstes beschreibt der Autor upagûhana oder die grosszügige Verschweigung von Fehlern in andern.

 

233.                       Er, der mit Hingabe zu Siddha erfüllt ist und der nachsichtig ist in jeder Weise alle Arten von Fehlern in andern, wird betrachtet, der richtige Gläubige zu sein, ausgestattet mit der Eigenschaft der Nachsicht.

 

KOMMENTAR

 

Das wichtige Wort in dieser gâthâ ist upagûhana, welches die Gesinnung von Nachsicht und Wohltätigkeit bedeutet, durch welche die Fehler von hilflosen Personen, solchen wie Kinder und Invalide überschaut und verborgen werden. Dies ist die von verschiedenen Jaina Schreibern für dieses Wort upagûhana gegebene gebräuchliche Bedeutung. Das ist auch die von Samantabhadra in seiner Ratnakaraṇḍa Srâvakâcara (I. I, 5) gegebene Bedeutung, wo er die zusammensetzenden Elemente von upagûhana erklärt. Prabhâchandra’s Kommentar über den gleichen Vers hält den gleichen Gesichtspunkt aufrecht. „Kinder aus Unwissenheit und Invalide wegen ihrer Unfähigkeit, können falsch gehen in ihrem für sie durch die Religion vorgeschriebenen Verhaltenskurs. Wenn sie Fehler begehen müssen in diesem Fall nicht viel davon gemacht werden, aber müssen übersehen werden und verschleiert, und dies ist upagûhana.“

 

Einer der Kommentatoren über Samayasâra, Amritacandra, hatte offenbar vor ihm das Wort upabṛṁhaa und nicht upagûhana. Das Wort upabṛṁhaa bedeutet wachsend oder zunehmend. Mit diesem Lesen erklärt er offensichtlich den Begriff als einer, der die Mächte des Selbst steigert, oder âtma-śakti und dass ein richtig-Gläubiger genannt wird, jemand, der die Seelen-Macht in Fülle hat. Infolgedessen in seinem Fall gibt es keine karmische bandha durch Mangel an Seelen-Stärke oder der Schwäche des Selbst. Das gleiche Wort upabṛṁhaa wird eingeschlossen durch beide Pûjyapâda und Akalaka, wenn sie die acht bildenden elemente oder aṣṭâgas von richtigem Glauben aufzählen. Im kommentieren über die Sûtra 24 von Kapitel VI von Tattvârthasûtra, „Uttama-kamâdi-bhâvamaya-âtmano dharma-pari-vriddhi-kâraam upabṛṁhaam“, die wahren Charakteristiken des Selbst durch die Einstellung von höchster Duldsamkeit, usw. steigern, bedeutet upabṛṁhaam oder zunehmen an Seelen-Stärke. Jayasena, der andere Kommentator über Samayasâra, versucht offensichtlich die Bedeutung von beiden Worten upabṛṁhaam und upagûhana zu kombinieren. „Mithyâtva-râgâdi-vibhava-dharmânâm-upa-gûhaka-pracchâdaka-vinâśakâh.“ Somit nimmt er das Wort upagûhana, vinâśa oder Zerstörung zu bedeuten und was zerstört werden muss sind die unreinen psychischen Zustände erzeugt durch falschen Glauben, Anhaftung zu Sinnes-Vergnügungen, usw. Es ist äusserst schwierig auf unserer Seite zu erklären, wie dieses Bestandteil Element upabṛṁhaam verdrängt wurde durch das Element upagûhana, aus zunehmend zu Fülle der Seelen-Macht zu wohltätiger Duldsamkeit der Fehler in anderen. Akalaka’s Râjavârtika gibt uns ein Schimmer um diese Umwandlung zu verstehen. Die Zunahme der Seelen-Macht wird durch Hilfsmittel von uttamakamâ, höchste Duldsamkeit, usw. bewirkt. Jemand der uttamakamâ, usw. ausübt, erhöht nicht nur seiner eigenen Seele Potenz zu Fülle, aber entwickelt auch durch denselben Ablauf die höchste Eigenschaft von Liebe und Duldsamkeit zu andern. Personen die entweder durch Unwissenheit oder Unfähigkeit in die Irre gehen werden durch jene grossartigen Persönlichkeiten verziehen, die sich selbst in Fülle verwirklichten und dabei Liebe und Duldsamkeit zu andern bekunden. Sie sind fähig das Element des Guten in bösen Dingen zu erkennen. Sie mögen böse verwerfen aber sie sympathisieren mit und vergeben dem Übeltäter. Diese Gesinnung ist wunderschön geschildert in Christus Worten gerichtet an die Frau beim Akt des Ehebruchs genommen, „Weder verdamme ich Dich. Gehe und sündige nicht mehr.“ So ist upagûhana kurz gesagt das Ergebnis von upabṛṁhaam, die Fülle von Macht sich selbst im Vergeben und Duldsamkeit gegenüber den Schwachen manifestierend.

In diesem Fall gibt es keine karmische Bindung, resultierend von nicht-Duldsamkeit; nirjarâ, oder Abstreifen von vergangenen karmas bleiben allein, bewirkt zu werden.

Im nächsten gâthâ gibt der Autor eine Beschreibung der sthitikaraa, nicht-schwankenden Festigkeit im Glauben.

 

234.                       Er, der, anstatt in die Irre zu gehen, sich selbst fest im Pfad der Befreiung einrichtet, muss betrachtet werden, der richtige Gläubig zu sein, der mit Unentwegtheit ausgestattet ist.

 

KOMMENTAR

 

In diesem Fall auch seit der richtige Gläubige fest eingerichtet ist im zu moka führenden Pfad, gibt es kein Schwanken in ihm. Infolgedessen gibt es keine Bindung wegen Mangel an Festigkeit. Infolgedessen gibt es auch hier nur nirjarâ um getätigt zu werden.

Als nächstes beschreibt der Autor das Bestandteil Element vâtsalya, die Gesinnung von Liebe und Hingabe.

 

235.                       Wer immer Liebe und Hingabe an die drei Juwelen entwickelt, welche den richtigen Pfad zu moka bilden, diese Person wird betrachtet, der richtige Gläubige zu sein, ausgestattet mit Liebe und Hingabe zum wahren Pfad.

 

KOMMENTAR

 

Liebe und Hingabe unterstützen ihn im richtigen Pfad. Infolgedessen gibt es keinen Mangel von Hingabe und Liebe und infolgedessen gibt es keine karmische Bindung, in Folge darüber. Es gibt nur nirjarâ erreicht zu werden.

Als nächstes wird das achte Bestandteil Element von prabhâvanâ oder die Wahrheit (von pravacana oder Göttliche Wort) zu verkünden beschrieben.

 

236.                       Das Selbst, welches auf den Wagen des Wissens aufstieg, wandert herum wie es gefällt (das Licht der Weisheit ausbreitend), ist betrachtet zu werden ein richtiger-Gläubiger, der im Vorbringen des Jaina Glaubens beschäftigt ist.

 

KOMMENTAR

 

Dies betont den sozialen Aspekt des religiösen Glaubens. Eine Person die mit Wissen der Wirklichkeit ausgerüstet ist und deshalb in Selbstverwirklichung beschäftigt ist, sollte nicht befriedigt sein mit seinem eigenen persönlichen Erwerb der höchsten Weisheit. Er muss den Nutzen seines Erreichens zur Verfügung anderer Mitglieder der Gesellschaft stellen. Es gibt kein solches Ding wie isolierte persönliche Erlösung. Er ist gebunden die Weisheit mit anderen zu teilen und er muss mit ihm so viele nehmen, wie willig sind den Pfad mit ihm zu gehen. Diese impliziert notwendigerweise, dass die erleuchtete Person nicht auf irgendein besonderes Ort begrenzt sein sollte. Er muss herumgehen von Ort zu Ort, die Lampe des Lichts tragend und Weisheit somit ausbreitend, das wahre Wissen und wahrer Glaube in allen Teilen des Landes. Dieses herumstreifen von Ort zu Ort, Hoffnung, Weisheit und Wohltätigkeit für den Nutzen der ganzen Gesellschaft verbreitend ist was dharma probhâvanâ genannt wird, einer der wesentlichen Charakteristiken des richtigen Gläubigen. Diese Charakteristik war zu seinem Maximum im Leben jedes Tîrthakara vorhanden. Der Herr, nach Erlangung kevala-jñâna oder Allwissenheit, verbringt die verbleibenden Portion seiner Lebenszeit im Herumgehen von Ort zu Ort und das dharma für den Nutzen der Menschheit zu predigen.

Somit der richtige-Gläubige, ausgestattet mit den obigen acht Charakteristiken ist frei von neuer karmischen Bindung, aber hat nur nirjarâ oder das Abstreifen der vergangenen karmas zu erreichen.

Somit endet das Kapitel über Nirjarâ.

Nirjarâ verlässt die Bühne wie ein von seiner betörenden Wesensart geheilter Charakter  und mit śânta-rasa oder Friede erfüllt.

 


 

[1] Auch nicht-richtige Lehre, das Gegenteil des richtigen Verhaltens, usw. AΩ

[2] Die vier Füsse stehen symbolisch für das animalische im Menschen. AΩ

[3] Lat. „durch die Tatsache selbst“; eine unvermeidbare Folge nach sich ziehend.