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Übersetzung

# 1

Ehrfurchtsvoll den Arhat[1] begrüßt habend, der das makellose Dharma predigt, das Glück und Heil verleiht, werde ich kurz die geistige Befreiung (Nirvana)[2] der Frauen (stri) diskutieren sowie, ob eine allwissende (Kevalin) isst.[3] [1]

 

Es gibt Nirvana für Frauen, weil sie, wie Männer, vollständig mit den Ursachen [, die diesen Zustand hervorbringen] ausgestattet sind. Denn die Ursache von Nirvana ist die Drei Juwelen (ratnatraya), Und dies ist nicht unvereinbar mit Weiblichkeit. [2]

 

# 2 Nichtfehlen der [Drei Juwelen von] richtiger Sicht[4] Wissen und Verhalten ist die Ursache für die Freiheit vom Fieber des Kreislaufs von Geburt und Tod (Samsara, d.h. Seelenwanderung).[5] Unter diesen Menschen, wo es Vollkommenheit gibt, gibt es Erlösung aus dem Samsara. Darüber hinaus ist es nicht bewiesen, dass jede dieser [Drei Juwelen] unvereinbar mit Weiblichkeit in dem Maße sind, dass es bei Frauen Mangel der Ursache für Nirvana gibt und so es kein Nirvana für Frauen gibt.

 

# 3 [Die Gegner:][6]

 

Die Drei Juwelen sind mit Weiblichkeit ebenso unvereinbar wie mit Göttern, und so weiter.

 

Nun, einer [der Gegners] könnte argumentieren, dass die Drei Juwelen von Frauen unerreichbar sind gerade wegen ihrem Frauen sein, denn es ist nicht der Fall, dass es keine [dokumentarische Anweisung zur Wirkung] gibt, dass die Drei Juwelen von jedermann erreichbar sind. Dies ist weil es [von beiden Parteien] anerkannt wird, dass es solche Unvereinbarkeit zwischen der [Vollkommenheit von] Drei Juwelen [d.h. das Nirvana- Erreichen] und Götter [d.h. im Himmel geborene Wesen], Hölle-Bewohner, Tiere und im irdischen Paradies (bhogabhumi) geborenen Menschen, und so weiter.[7] [Ein ähnlicher Fall kann daher in Bezug auf Frauen gemacht werden.]

 

# 4 [Yapaniya:]

 

Aber das ist leeres Gerede, denn es [ist nicht unterstützt] durch ein gültiges Hilfsmittel zur Überprüfung, eine Schrift herstammend von einer verlässlichen Person oder irgendeiner anderen [Form eines sorgfältigen logischen Denken]. [3]

 

Der gerade erhobene Anspruch ist nur leeres Gerede und ist nicht durch eine gültige Kontrollmöglichkeit unterstützt. Selbst wenn der Abschluss der Ursachen vorhanden ist, Ihren Anspruck [, dass es zwischen Frauen und Nirvana Widerspruch gibt], weil etwas anderes [z.B. Gottheit] mit Nirvana unvereinbar ist, ist falsch. Das Fehlen [der Fähigkeit einer Frau für Nirvana] hat auf irgendeine Weise der Bestätigung nachgewiesen zu werden.

 

# 5 Das bedeutet, dass die Bestätigung entweder empfindende Wahrnehmung,

 

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[1] Arhat (einer, der der Anbetung würdig ist, d.h. heilig) ist ein Synonym für einen Kevalin oder Jina wie in Kapitel I (Anm. 1).

[2] Die Begriffe "Nirvana", "Moksa" und "Mukti" werden synonym in allen Jaina Texten verwendet, und alle haben die Bedeutung der totalen Befreiung oder Emanzipation der Seele, von allen Formen der karmischen Fesseln, sofort führend auf den Status des Siddha wie beschrieben Chatper I (Anm. 3). Der Begriff "Nirvana" wird zusätzlich von den Jainas verwendet, um den Tod eines Jina anzuzeigen, vergleichbar mit der Verwendung des Begriffs "Parinirvana " unter den Buddhisten - ein Ereignis angesehen als kalyanaka (eine günstige Gelegenheit, zusammen mit seiner Empfängnis, Geburt, Entsagung und der Erreichung der kevalajnana), und die mit diesem Ereignis verbundenen Plätze werden Nirvana-bhumis (s. Anm. 51) genannt, gemeinsamer Pilgerstätten sowohl für die Digambaras und die Svetambaras.

 

[3] Kevalibhukti ist der Titel der zweiten Abhandlung (in siebenunddreißig Sanskrit Versen), verfasst vom Yapaniya Acarya Shakatayana zusammen mit einem Eigenkommentar (svopajnavrtti) Von Muni Jambuvijayaji in seinem Werk, herausgegeben unter dem Titel von Strinirvana-Kevalibhuktiprakarane (S. 39-52). Ob eine Person, weiterhin essen kann (Bhukti) nach Erreichen des Status eines Kevalin, das heißt, eines allwissenden Seins, ist eine große Kontroverse zwischen den Yapaniyas (die diese Auffassung mit dem Svetambaras teilten) und der Digambaras. Letztere haben aufrechterhalten, dass Wunschlosigkeit (vitaragata) und die dazugehörige Allwissenheit (sarvajnata), die einen Arhat kennzeichnen, nicht vereinbar mit den weltlichen Praktiken des Essens und Trinkens sind, die nur von irgendeiner Form von Rest-Wunsch erfolgen kann. Dementsprechend haben sie behauptet, dass der Jina Mahavira aufhörte, an Aufnahme von Nahrung und Wasser (und folglich auch nicht mehr solche Körperfunktionen wie Schwitzen, das Entgegennehmen der Rufe der Natur, und sogar Schlafen ausführte), sobald er kevalajnana im Alter von zweiundvierzig erreichte und doch as normale Leben eines Lehrers für dreißig Jahre, für die Dauer seines Lebens führte, ohne schwach zu werden oder irgendeiner Krankheit unterlag. Die gleiche Regel gilt für alle anderen Arhats, deren deren Körper sich in gleicher Weise einem wunderbaren Wechsel unterzogen bei der Erreichung der kevalajnana. Die Yapaniyas und die Svetambaras haben den Digambara Standpunkt abgelehnt mit dem Gegenargument, dass Hunger und Durst es unabhängig von der Lust gibt und nicht nur durch die Beseitigung von Verlangen nach Nahrung und Wasser nachgelassen haben werden - im Gegensatz zu Zorn, zum Beispiel, welcher durch Pflege seines Gegenteils, Freundschaft, überwunden werden kann. Sie haben daher argumentiert, dass sogar ein Kevalin betrachtet werden muss, den Gesetzen der Natur  zu unterliegen und daher seine Aufnahme von Nahrung nicht von seiner Wunschlosigkeit oder seiner Allwissenheit entziehen konnte. Keine Yapaniya Biographie von Mahavira ist erhalten geblieben, aber die Svetambara Berichte von Mahavira (wie erhalten in der kanonischen Bhagavatisutra und der postcanonischen Kalpasutra) zeigen, dass obwohl ihn niemand essen oder Antworten auf die Rufe der Natur sah, er das für ihn beschaffte Essen ass und auch, dass er an Krankheiten litt und Medizin zu sich nahm, um sich selbst zu heilen. (Siehe JPP, S. 23, n. 56.) Die Digambaras haben diese Berichte als blasphemisch abgelehnt und haben behauptet, dass gleichzeitig mit der Erreichung von kevalajnana, der Körper eines Kevalin (ob er ein Tirthankara oder eine gewöhnlicher Arhat sei) eine wunderbare Änderung erfährt. Sein gewöhnlicher Körper (audarika-Sarira , wörlich, der grobe Körper), der bis dahin auf Bissen von Nahrung (kavalahara) abhing, automatisch in einen höchst reinen groben-Körper (parama-audarika-Sarira , siehe Kapitel VI, n. 28) umgewandelt wird, und die unreinen Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin, und Sperma und wechseln in ein Milch-änliche Substanz wechseln. Dieser Körper des Kevalin verfällt weder noch braucht Nachschub und unterliegt nicht den normalen Gesetzen der Natur einschließlich der Verdauung und Entleerung. Stattdessen wird er für die Dauer des Rests seines Lebens durch den Zustrom der günstigsten Art der karmischen Materie allein, genannt nokarma-vargana, unterhalten, welche normalerweise die zu jeder Art passenden unwillkürlichen biologischen Funktionen tötet. Die Svetambaras, während sie behaupten, dass dies Arhat’s Körper reiner ist als der von gewöhnlichen Menschen, lehnen ausdrücklich die Vorstellung eines solchen wunderbaren Körpers ab und behaupten, dass es gegen die Lehre vom Karma läuft. Für ein Digambara Gegenargument, siehe Nyayakumudacandra , II, Seiten 852-865. Für eine kritische Diskussion über die Wesensart der Kevalin insbesondere in Bezug auf diese Kontroverse, siehe Dundas (1985).

[4] Die Drei Juwelen bilden zusammen den Weg zu Moksa wie ausgesagt in der Tattvarthasutra (i, 1): samyagdarsanajnanacaritrani moksamargah. Davon ist die erste, nämlich die samyagdarsana, definiert als tattvarthasraddhana Glaube (sradhhanam ) in den Existenzen (tattva), welche in der Tat und damit darauf hinausläuft das Jaina Weltbild aufrechtzuerhalten und demzufolge hier übersetzt wird als "richtige Sicht." Der Tattvarthasutra (i, 2) spricht von sieben Existenzen: jivajivasravabandhasamvaranirjaramoksas tattvam: (1) jiva (unendliche Anzahl von Seelen), (2) Ajiva (Nicht-Seelen), die die folgenden fünf umfassen dravyas (Stoffe):pudgala (die unendliche Zahl von physikalischer Materie), Dharma (das Prinzip der Bewegung), Adharma (Grundsatz der Ruhe), akasa (unendlicher Raum), kala (unendliche Zeit), (3) asrava (Zustrom von feinstofflicher karmischer Materie in den von der Seele innerhalb eines gegebenen Körpers besetzten Raums), (4) Bandha (Knechtschaft der Seele durch die karmische Materie), (5) Samvara (Anhalten des neuen Zustrom von der Seele), (6) nirjara (Abspaltung der Seele von der kumulierten karmischen Materie), und (7) moksa (totale Befreiung der Seele von aller karmischen Materie und damit die Freiheit von jeglicher Form der Verkörperung). Eine Person, die in der Art und Weise in der diese sieben Tattvas durch den Jina beschrieben sind, glaubt,  wird gesagt, ein echter mit der richtigen Sicht ausgestatteter Jaina zu sein. Umgekehrt word der Mangel an Vertrauen in sie und Glauben im Widerspruch zu den Lehren des Jina mithyadarsana genannt, die falsche Sicht. Das zweite Juwel, das richtige Wissen (samyagjnana), ist nicht eine neue Sorte von Wissen, sondern nur das Wissen um diese sieben erkennbaren durch die richtige Sicht begleitet. Weltliches Wissen, selbst wenn richtig vom konventionellen Standpunkt, wird deshalb betrachtet als mithyajnana oder falsches Wissen, wenn es nicht durch die richtige Sicht begleitet wird. Das dritte Jewel, das rechte Verhalten (samyakcaritra), ist das heilige Verhalten einer Person mit der richtigen Sicht. Das teilweise heilige Verhalten beginnt mit den für den Laien vorgeschriebenen fünf kleinen Gelübden (anuvratas). Diese führen zu den fünf großen Gelübden (Mahavratas) der Bettler, die nach und nach durch meditative Praktiken entwickelt werden, und im vollkommenen heiligen Verhalten der Arhat gipfelt. Ein Verhalten, das ohne die richtige Sicht ist, auch wenn es offenbar im Einklang mit den Jaina Laien- und Bettler-Praktiken ist, gilt als falsches Verhalten, mithyacaritra, denn es ist nicht förderlich zu Moksa.

[5] Für Einzelheiten zu der Jaina-Lehre von Samsara, einer anfangslosen Seelenwanderung in solchen Stätten wie der Himmel, Hölle, von Mensch und Tierexistenzen, einschließlich der feinsten pflanzlichen Formen des Lebens, siehe JPP, Chap. 4.

 

[6] Shakatayana identifiziert sich nicht gegen die Sekte, gegen die diese Schrift geschrieben ist. Man kann nicht die Möglichkeit ausschließen, dass der Yapaniya Autor vielleicht mit einer Fraktion in seiner eigenen Sekte disputiert, aber in Ermangelung eines entsprechenden Nachweises kann man wohl annehmen, dass seine realen Gegner die Digambaras sind, die, wie wir aus den Worten des Kundakunda wissen, einer Frau’s Fähigkeit ablehnten, die fünf großen Gelübde eines Bettlers zu übernehmen. Obwohl keine Vor-Shakatayana Digambara Arbeit zum Thema strimoksa erhalten ist, die als Quelle für Shakatayana's prima facie Ansicht gedient haben könnte (purvapaksa ), entspricht seine Darstellung in vielerlei Hinsicht mit der maßgebenden Digambara Position, wie gefunden in den späteren Werken von Prabhacandra und Jayasena, ebenso wie gesehen werden wird in den Kapiteln III und IV.

[7] Alle Jaina Sekten stimmen überein, dass Moksa nur von menschlichen Wesen und nur aus den karmabhumis ("Regionen der Handlung") genannten Regionen erreicht werden können im Gegensatz zu dem bhogabhumis ("die (König-)Reiche des Genusses"). Die bhogabhumis sind Teile der menschlichen Wohnungen in der Jaina Kosmologie (siehe JPP, Chap. 4), wo die Bedingungen herrschen wie im Paradies. Die Wesen dort, werden geglaubt frei von allem Streit zu sein und leben von Wunsch-erfüllenden Bäumen ohne jede Kontrolle oder Wettkampf (Schweiz, AΩ). Wegen der Leichtigkeit, die sie ungestört genießen, sie, (wie Devas, die Wesen in der himmlischen Wohnstätte) wird von ihnen gesagt, sind unfähig, irgendein Gelübde anzunehmen und deshalb unfähig Moksa in diesem Leben zu erreichen. Die karmabhumis (welches übrigens unseren Planeten Erde einschliesst) werden großen Schwankungen in den klimatischen und sonstigen Bedingungen unterzogen und sind daher für die Ausübung von Moksa geeignet. Sogar in den karmabhumis ist die Erreichung von Moksa nur zu bestimmten festgelegten Zeiten möglich, wenn die Jinas erscheinen mögen und die Jaina Bettelorden aufbauen. Nähere Informationen zu den entsprechenden Zeiten für diese Ereignisse, siehe JPP, Kapitel 1.