SEITE 142

 

so weiter ist. Aus diesem Grund wurde gesondert ein Bettler Emblem vorgeschrieben, das das Tragen von Kleidern ermöglicht und sich daher von dem Emblem der Nacktheit unterscheidet. Für wen? Für Frauen.

 

# 3 Nun zeigt der Autor, dass Frauen übermäßige Unachtsamkeit (pramada) haben, das das Erreichen von Moksa verhindert:

 

Die Natur der Frau ist voll von Unachtsamkeit, und infolgedessen werden sie als Pramada bezeichnet, daher wird von diesen Frauen gesagt überaus unachtsam zu sein. [* 8]

 

Von Natur aus werden Frauen voll von Unachtsamkeit geboren. Ihre geistigen Veränderungen geben Frauen die Bezeichnung pamada (Sanskrit; Pramada), das in Lexika als Synonym für Frauen gefunden wird. Daher wird von Frauen gesagt, jene zu sein, bei denen diese Praktiken zerstört werden, durch die man den höchsten  Zustand erreicht, welcher frei von aller Unachtsamkeit ist.

 

# 4 Der Autor erklärt jetzt die übermäßige Täuschung und so weiter, die Frauen haben:

 

Es gibt kein Nirvana für Frauen, weil sie unveränderlich abhängig sind von Folgendem: Täuschung, Wut, Angst und Ekel, und ihre Gemüter sind mit verschiedenen Formen der Verworfenheit (Maya) gefüllt. [* 9]

 

Da bestehen bei Frauen unveränderlich solche Leidenschaften wie Täuschung und so weiter, die Hindernisse zu den Ursachen von Moksa sind - nämlich die Verwirklichung von seiner eigenen Wesensart, bestehend aus unendlichen Seligkeit, die erst entsteht, wenn man von Täuschung befreit ist und so weiter. Es besteht auch bei Frauen verschiedene Formen von Maya [z. B. weibliche List], die entgegengesetzt zu der Transformation der Seele sind, die zu der höchsten Erkenntnis führt, die frei ist von solchen Mängeln wie Verworfenheit und so weiter. Die Behauptung dieses Verses ist, dass Frauen nicht Nirvana haben können, diesen Zustand, welcher die Unterstützung ist für solche Eigenschaften wie unendliche Glückseligkeit frei von allen Leiden.

 

# 5 Der Autor verstärkt die gleiche Ansicht:

 

In der ganzen Welt gibt es nicht eine einzige Frau, die ohne auch nur eine von diesen [Leidenschaften] ist. Frauen's Glieder sind nicht bedeckt [bei Geburt]; daher brauchen sie sich [mit Kleidern] zu bedecken. [* 10]

 

Unter jenen oben beschriebenen verschiedenen Leidenschaften, die die Verwirklichung des höchsten Selbst frei aller Verunreinigungen zerstören, gibt es nicht eine, die nicht bei Frauen gefunden zu sein ist. Offensichtlich sind ihre Körper oder Gleider nicht [bei der Geburt] bedeckt. Daher ist es in ihrem Fall geboten, dass sie mit Kleidern bedeckt werden.

 

# 6 Der Autor erklärt nochmals die bei Frauen anhaftenden Verunreinigungen, die ihr Erlangen von Nirvana verhindern:

 

Frauen sind dem plötzlichen triefen von Blut [d.h. der Menstruation] unterworfen,

 

SEITE 143