SEITE 148 Inhaltsverzeichnis
Kapitel V
Der Tarkarahasyadipikavrtti des Svetambara Acarya Gunaratna (ca.
1343-1418)
Ein Kommentar zum Saddarsanasamuccaya von Haribhadra
Einführung
(i) Die nächste Auswahl ist aus der Tarkarahasyadipikavrtti (d.h. Ein Kommentar mit dem Titel "Der Illuminator des Geheimnisses der Argumente") von dem vierzehnten Jahrhundert Svetambara Acarya Gunaratna über die Saddarsanasamuccaya vom achten Jahrhundert Svetambara Acarya Haribhadra (siehe Kapitel II, IV). In diesem kompakten Werk von nur siebenundachtzig Versen, Haribhadra, organisierte zum ersten Mal die Lehren der sechs philosophischen Schulen (darsanas) - nämlich die Buddhisten, die Naiyayika, die Samkhya, die Jaina, Vaisesika und die Jaiminiya, in dieser Reihenfolge - wahrhaft ein Vorläufer der brahmanischen Sarvadarsanasangraha des vierzehnten Jahrhunderts Madhava. Gunaratna’s Kommentar beläuft sich somit fast auf ein eigenständiges Werk, bestehend aus einer Fülle von deskriptivem als auch polemischem Material, angeblich eine Ausarbeitung über die in den Versen des Haribhadra aufgeführten Themen. Bei vielen Gelegenheiten jedoch, übernimmt Gunaratna, in der wahren Tradition des indischen Kommentators, die zusätzliche Aufgabe, die vielen kontroversen Themen abzudecken, die vom ursprünglichen Autor nur als sektiererisches Interesse ignoriert worden sein könnte und daher in einem Handbuch für Philosophie von geringem Wert. Strimoksa kann als ein solches Thema angesehen werden, das nicht in Haribhadra‘s Text erwähnt wird, sondern seine Behandlung der Initiative Gunaratna‘s verdankt. Es gibt Gunaratna eine Gelegenheit zur Stellungnahme zu der Digambara Untersuchung von der strimoksa Theorie wie enthalten, zum Beispiel in der Nyayakumudacandra und die Svetambaras als die wahren Vertreter der Jaina Überlieferung festzustellen.
SEITE 149
(ii) Gunaratna Werk wird auch unterschieden, die erste Jaina Arbeit dieses Genres zu sein, um Informationen über die zeitgenössischen Jaina Sekten und ihre wesentlichen Merkmale zu liefern. Die "Jainamata" oder die Überlieferung der Jainas einführend, sagt er:
Zuerst wir werden die klösterlichen Embleme [linga, siehe Kapitel I, n. 6] beschreiben, das Kleid (vesa) und das Bettler Verhalten (caritra), und so weiter, von denen, die zu der Jaina Überlieferung gehören. Jainas sind von zweierlei Art: die Svetambara und die Digambara. Das Emblem der Svetambara [Bettler] besteht aus der rajoharana [die Wedelbesen, siehe Kapitel I, n. 6], die mukhavastrika [ein Stück Tuch vor den Mund gehalten, während dem predigen oder lesen], und loca [das Rupfen seiner Haare von Hand], und ihre Kleidung besteht aus [drei] langen, ungenähten Stoff stücken. Ihr Bettler Verhalten besteht aus fünf samitis [Vorsicht beim Gehen, Sprechen, Essen, Aufheben und Niederlegen, und Ablagerung von Abfallprodukten] und drei guptis [Eindämmung der Aktivitäten von Körper, Rede und Geist]. Ihr Guru [klösterlicher Lehrer] ist der nirgrantha (siehe Teil I, Nr. 12], wer die Kontrolle über die fünf Sinnesfähigkeiten (indriya ) hat, Wut und so weiter überwunden hat, und ausgestattet ist mit dem Bettler Gelübde [Kapitel I, n. 9] der Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Nicht-Diebstahl, Zölibat, und Nicht-Besitz [akincanya , wörtlich; Nichts]. Ihre Nahrung besteht immer von [aus verschiedenen Haushalten] gesammelten Almosen in der Art einer Biene [von Honig aus verschiedenen Blumen sammelt] und welches in neun Arten rein ist [nicht von einem selbst zubereitet oder von anderen zubereitet bekommen, oder zubereitet mit Zustimmung des Empfängers, jedes jeweils multipliziert von den drei Arten der Handlung, nämlich, den Körper, Rede und Gedanken]. Sie tragen Kleider und tragen die patra [Schüssel für Lebensmittel sammeln] nur im Interesse der Erhaltung ihrer Gelübde, und wenn gegrüßte [von den Laien] antworten sie mit den Worten "dharma-labha "[mag da Gewinn von Gerechtigkeit sein].
Die Digambara [Bettler], werden jedoch von Nacktheit (nagnya ) gekennzeichnet und gebrauchen nur die zusammengelegten Hände um Lebensmittel zu erhalten [panipatra, siehe Kapitel I, n. 4]. Die Digambaras sind von vierfacher Art, da sie sind in die vier Bettelorden Linien gegliedert, genannt die Kasthasangha die Mulasangha die Mathurasangha und die Gopyasangha.
In der Kasthasangha wird der Wedelbesen vom Haar des Yak-Schwanzes gemacht, in der Mulasangha und der Gopyasangha wird es aus Pfauenfedern gefertigt, während die Mathurasangha hat von Anfang [ihrer Linie] nicht irgendeinen Wedelbesen gehalten. Die ersten drei Gruppen, wenn ehrfurchtsvoll von anderen [d.h. die Laien] gegrüsst, antworten [durch die Worte] "dharma-vrddhi " [mag da Zunahme in Rechtschaffenheit sein]. Sie glauben nicht, dass eine Frau Moksa erreichen kann, oder dass ein Kevalin Speise isst, oder dass eine bekleidete Person, auch wenn er die großen Gelübde angenommen hat [z. B., ein Mönch der Svetambara Sekte ] Moksa erreichen kann. Aber die Gopyas [wie die Svetambaras], wenn begrüßt, angworten mit den Worten "dharma-labha " und sind überzeugt, dass Frauen Moksa erreichen und auch, dass der Kevalin Lebensmittel isst. Die Gopyas werden auch Yapaniya genannt [siehe Kapitel II, iii]. Alle diese [Digambara] Mönche beenden Wanderung für Lebensmittel oder Essen an diesem Tag, wenn von einer der zweiunddreißig Arten von Hindernissen [antaraya , z.B. der Anblick eines toten Tieres] oder vierzehn Arten von Schmutz [mala , z.B., ein Haar in Lebensmitteln] konfrontiert. [Für Einzelheiten über dieses siehe Saddarsanasamuccaya, S. 161, Anmerkungen 4-5.]
SEITE 150
Im übrigen, in allen Angelegenheiten bezüglich der Lehrer (Guru) sowie der Gottheit [deva, d.h., der Herr Jina], sind sie vergleichbar mit den Svetambaras, es gibt keinen Unterschied in ihrem dogmatischen (sastra) oder logischen (tarka) Abhandlungen. [Saddarsanasamuccaya, Seiten 160-161]
(iii) Gunaratna‘s Bericht über die Jaina Sekten stimmt mit dem vom sechzehnten Jahrhundert Digambara bhattaraka Srutasagara, einem Anhänger der Mulasangha, gelieferten überein, welcher seine Linie auf den Acarya Kundakunda zurückverfolgt. Srutasagara erklärt, dass nur die Mulasangha das Original ist (mula) Weg zu Moksa und zitiert einen Vers, der die folgenden fünf als Pseudo-Jainas (Jainabhasa) verurteilt: Die Gopucchika (d.h. die Kasthasangha), die Svetambara die Dravidasangha (eine Südindische nicht durch Gunaratna bemerkte Gruppe), die Yapaniyaka und die Nispiccha (d.h. die Mathurasangha). (uktam ca-Gopucchikah Svetavasa Dravido Yapaniyakah, Nispicchas ceti pañcaite Jainabhasah prakirtitah; Satprabhrtadisangrahah, S. 11.) Von den hier erwähnten vier Nicht-Svetambara Sekten überlebt nur die Mulasangha heute, aber die inschriftlichen Beweise (siehe Johrapurkar, 1958) zeigt, dass die Kasthasangha (nach Kastha benannt, einem Ort in der Nähe von Delhi) und die Mathurasangha (nach der Stadt von Mathura in der Nähe von Agra benannt) weiterhin fast bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts existieren. Was die Yapaniyas betrifft, ist es nicht klar, ob sie Srutasagara unter die Digambaras zählte; aber wie bereits erwähnt (Kapitel II, # 3) waren sie wohl zu seiner Zeit mit den Digambaras assimiliert, eine Schlussfolgerung, die durch Gunaratna’s Bericht unterstützt wird. Aber dies hält jedoch Gunaratna nicht ab, wie es der Fall mit einigen seiner Vorgänger (Abhayadeva, Santisuri, Hemacandra, Malayagiri und Ratnaprabha, siehe Kapitel II, § 6) war, von der Verwendung der sogenannten Digambara-Yapaniya Argumente zugunsten von strimoksa gegen die anderen Digambaras, die es als eine Häresie ablehnten. Gunaratna's strimoksa Abschnitt öffnet mit einer Erklärung, dass "die Digambaras entfalten ihre Linie der Gedankengänge" und beginnt mit der von Prabhacandra (ohne seinen Namen zu nennen) angebotenen syllogistischen Aussage (prayoga), aber der Rest seiner Debatte ist dem (nichtanerkannten) Yapaniya Autor Shakatayana's Strinirvanaprakarana und seiner Svopajnavrtti hoch geschuldet.
(iv) Meine Übersetzung entspricht dem Wortlaut der Tarkarahasyadipikavrtti in der Ausgabe der Saddarsanasamuccaya, Seiten 301-308, von Pandit Mahendra Kumar Jain (1970).
Übersetzung
# 1 Hier entfalten die Digambaras ihre eigene Linie von Gedankengang: wir stimmen mit eurer Definition von Moksa überein, aber wir halten aufrecht, dass dies möglich ist für Männer
SEITE 151
aber nicht für Frauen. Dementsprechend sagen wir folgendes Argument aus:
Frauen sind nicht tauglich für Moksa;
weil sie zu Männern untergeordnet sind;
wie ein Hermaphrodit.[1]
# 2 Hier fragen wir [die Svetambaras]: Warum betrachtet ihr Frauen untergeordnet? Ist es, weil ihr denkt: (i) sie sind unfähig die höchste Form der Entsagung zu unternehmen, (ii) sie sind in körperlicher und geistiger Vitalität mangelhaft, (iii) sie sind ohne [Yoga] Kräfte um sich in Diskussionen und so weiter einzulassen, (iv) sie werden nicht von Männern begrüßt [z.B., die Mönche grüßen Nonnen nicht], (v) es fehlt ihnen die Fähigkeit zu lehren und andere zu führen, (vi) es fehlt ihnen die Pracht und Majestät [solcher wie die mit Königen verbunden], (vii) oder weil sie übermäßig durchtrieben betrachtet werden [aufgrund ihrer innewohnenden weiblichen List und so weiter]?[2]
# 3 Von diesen kann das erste Argument nicht der Untersuchung standhalten. Ist das angebliche Fehlen von [totaler] Einschränkung wegen ihrem Kleider tragen? Oder ist es, weil ihre Wesensart einen Mangel hat [, das sie von der Annahme der Gelübde von totalem Verzicht verhindert]?
# 4 Wenn es wegen dem ersten ist, dass, weil sie Kleider trägt, dann müssen wir euch fragen, ob die Kleider selbst lediglich durch getragen werden eine Ursache für diese Unfähigkeit um Verzicht zu erreichen, oder werden sie nur zu einer Ursache, wenn sie als Besitz gehegt und gepflegt werden [, wie im Fall eines Laien]?
# 5 Wenn sie lediglich eine Ursache werden durch ihren Gebrauch, dann tun die Nonnen [alles andere aufgegeben habend] ihre Kleider behalten, weil sie nicht fähig sind, sie allesamt aufzugeben, oder weil sie sie als eine Hilfe zu ihrem heiligen Leben verwenden?
# 6 Die erste Alternative, dass sie unfähig sind auf Kleider zu verzichten, ist nicht zulässig, denn nichts ist teurer als Leben, und man kann sehen, diese Frauen verzichten sogar auf ihr Leben; warum auch reden über ihre [unbedeutenden] Kleider?[3]
# 7 Wenn aber Kleider als Hilfe für ein heiliges Leben getragen werden, dann halten wir aufrecht, dass sie nicht schlechter als unsere Mönche sind [die Kleider tragen und immer noch - weil sie männlich sind - in der Lage zu sind Moksa zu erreichen].[4]
# 8 [Digambara:] [Aber sicherlich sind die Fälle nicht identisch.] Denn Frauen sind machtlos und [wenn sie nicht gekleidet sind] anfällig für Angriff und Vergewaltigung durch Männer. Ihr Mangel an Kleider kann daher ein Hindernis sein, für ihr ein heiliges Leben zu führen. Solches ist jedoch nicht der Fall mit Männern. Wir halten daher aufrecht, dass ein Mann überhaupt keine Kleider braucht und sie aufgeben muss [um Moksa zu erreichen].[5]
# 9 [Svetambara:] Wir akzeptieren die Position nicht, dass die Kleider per se
SEITE 152
zum Nachteil von Moksa sind. Im Gegenteil, wir betrachten sie hilfreich zu sein, wie zum Beispiel Essen und so weiter [d.h., Behausung, Bettelschale, und so weiter].[6]
# 10 Wie für euer Argument, dass Kleider, wenn getragen, gehegte Besitztümer werden müssen, [müssen wir eure Gründe für solch eine Sicht fragen]. Ist es wegen der Anhaftung? Wenn so, ist lediglich sie zu tragen Ursache für Anhaftung oder sogar nur Kontakt mit ihnen auch Ursache für Anhaftung? Oder ist es, weil ihr betrachtet, Kleider als eine Quelle für das Wachstum von Ungeziefer zu sein [, somit zu führen zu der Notwendigkeit von Verletzung (himsa), ihnen vom Träger angetan zu werden]?
# 11 Wenn das erste - das ist, ihr glaubt, dass Kleider per se eine Ursache für die Anhaftung sind - dann müsst ihr auch zugeben, dass auch der Körper, eine Ursache für Anhaftung ist.[7]
# 12 [Digambara:] Wir halten aufrecht, dass solches nicht der Fall ist, da Körper und Kleider nicht identisch sind, denn eines ist intern und schwer zu erhalten und das andere ist extern und leicht zu erhalten.
# 13 [Svetambara:] Dies ist umso mehr Grund zu glauben, dass der Körper eine größere Quelle der Anhaftung sein wird!
# 14 Wenn der Körper eine Quelle der Anhaftung ist, warum wird es nicht aufgegeben, am Anfang zu beginnen? Ist es, weil, wie Kleider, es schwierig ist, aufzugeben, oder ist es, weil es eine Hilfe Moksa zu erreichen betrachtet wird?
# 15 Falls die erste der Möglichkeiten, dann ist es schwierig für alle seinen Körper zu verlassen oder nur für einige Leute?
# 16 Sicherlich ist es nicht für alle schwierig. Ihr werdet eingestehen, dass es viele [nicht-Jaina-Asketen] gibt, die ihr Leben aufgeben durch Selbstverbrennung und so weiter.[8]
# 17 Wenn, daher, es nur für einige Leute schwierig ist, ihren Körper aufzugeben, dann müsst ihr gleichermassen eingestehen, dass es nur für einige Leute schwierig ist, ihre Kleidung aufzugeben.
# 18 [Digambara:] Sicherlich ist der Körper eine Quelle von Anhaftung, aber er ist auch ein Mittel zum ein heiliges Leben leben, zu Moksa führend. [Er sollte daher nicht verworfen werden.]
# 19 [Svetambara:] Wenn so, unterbreiten wir, dass sogar Kleider für einige Menschen, die in Ermangelung dieser Art von Stärke [erforderlich für völlige Nacktheit], ein Mittel sind, um ein heiliges Leben zu führen, da sie [die Kleider], wie der Körper, sie in ihrem Studium und so weiter unterstützt.
# 20 [Svetambara:] Zurückkehrend in die zweite Alternative - nämlich dass man zu Kleidern angehaftet wird nur durch das Tragen von ihnen - eine Situation vorstellen, in dem ein nackter Mönch [eurer Sekte] während einem kalten Winter in der Meditation sitzt, und ein frommer Mann begegnet ihm in dieser Position,
SEITE 153
denkt, dass es zu kalt ist, und wirft ein Stück Tuch über ihn. Sicherlich würdet ihr ihn nicht, an diesem Punkt, betrachten, zu diesem Kleidungsstück angehaftet zu sein?[9]
# 21 Ausserdem, wenn man zu etwas lediglich durch Kontakt angehaftet wird, dann müsst ihr zugeben, dass auch der Tirthankara, der heilige Jina, einer solchen Anhaftung schuldig wäre [weil er ständig in Kontakt mit der Erde kommt, und so weiter, weil er sich von Ort zu Ort bewegt, um das Gesetz zu predigen]. So, Gewinn begehrend, habt Sie ihr wirklich euer Kapital verschwendet![10]
# 22 Was das letzte Argument anbetrifft, dass Kleider geeignet sind, der Nährboden von Ungeziefer und so weiter zu werden, wer weiß nicht, dass der Körper der Nährboden für unzählige Läuse, Filzläuse, und so weiter ist, und deshalb auch als ein Besitz betrachtet werden muss, [das die Erreichung von Moksa verhindern würde]?
# 23 [Digambara:] Wir geben zu, dass der Körper der Nährboden für Insekten ist, aber [da er nicht wörtlich verworfen werden kann,] pflegen wir äusserste Loslösung zu ihm hin, und deshalb hört er auf eine Quelle der Behinderung dem Mönch zu sein.
# 24 [Shvetambaras:] aber warum verschwindet diese Regel plötzlich, wenn es um Kleider geht? [Wörtlich, ist die Regel von Krähen gegessen worden?] Es ist gewiss möglich, das Wachstum von Ungeziefer, usw. zu verhindern, beim sorgfältig Nähen und Waschen der Kleider. Daher kann es nicht aufrechterhalten werden, dass vollständige Einschränkung nicht für Frauen möglich ist, da sie Kleider tragen.
# 25 [Svetambara:] Auch kann man nicht sagen, dass sie unzureichend in körperlicher und geistiger Kraft (Sattva) sind, da durch Kraft verstehen wir die Fähigkeit Gelübde und Askese auf sich zu nehmen, und viel von dieser Kraft, ist in diesen Frauen gefunden zu werden, die mit großen Tugenden ausgestattet sind und sich strenger Askese [solche wie Fasten] unterzogen haben.[11] Deshalb ist es falsch zu sagen, dass sie untergeordnet sind aufgrund des Fehlens von [Bettler] Einschränkungen.
# 26 [Digambara:] Wir geben zu, dass Frauen fähig sind, um gewöhnliche [d.h. geringe] Einschränkungen [oder Gelübde, wie von den Laien-Männer angenommen] anzunehmen, aber nicht die Einschränkung, die ihren Höhepunkt erreicht hat und bekannt ist als yathakhyata.[12] Seine Abwesenheit bei einer Frau ist Beweis für ihre Unterlegenheit gegenüber Männern.
# 27 [Svetambara:] Was dieses angebliche Fehlen der höchsten Form des heiligen Verhaltens bei Frauen anbetrifft, aufgrund was ist es? Ist es aufgrund des völligen Fehlens von Bedingungen, zuträglich zu seiner Anwesenheit, oder ist es aufgrund der ungünstigen Faktoren, die seine Verwirklichung verhindern? Die erste Alternative geht nicht, da die höchste Form des reinen Verhalten hängt von nichts Anderem ab als die niederen Formen von religiösen und asketischen Ausübungen, welche ihr gerade eingestanden habt Frauen erfüllen können. Was die tatsächliche Erreichung der yathakhyata-caritra [die reinste Form des heiligen Verhaltens] betrifft, doch wer von uns kann Richter sein von dem? [Das ist, es
SEITE 154
ist nicht nachprüfbar von niemandem außer dem Allwissenden Jina.] Deshalb lehnen wir eure Behauptung ab, dass Frauen untergeordnet sind, weil sie dem reinsten Verhalten entbehren.
# 28 [Digambara:] [Sie müssen als untergeordnet und unfähig von des höchsten Verhaltens zu erlangen betrachtet werden], weil sie ohne die besondere Fähigkeit sind [d.h. sie sind mittelmäßig].
[Svetambara:] Haltet ihr diese Ansicht wegen ihrer Unfähigkeit zur Wiedergeburt in der siebten, der niedrigsten Hölle, oder weil sie ohne solche [yogischen] Mächte sind [, die einen Mann ermöglichen], um sich in Debatten und so weiter zu beschäftigen, oder wegen ihrer geringen Gelehrtheit [in den heiligen Schriften - alle drei Punkte, über die es keine Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Sekten gibt]?[13]
# 29 [Svetambara:] Der erste Grund unterstützt eure Position nicht, da das Fehlen der Fähigkeit der Frauen, um zur niedrigsten Hölle zu gehen, wird gesprochen mit Verweis auf das Leben, in dem sie Moksa erreichen - oder ist es lediglich eine allgemeine Aussage?
# 30 Falls die erste Alternative, dann auch Männer, die bestimmt sind, Moksa in einem bestimmten Leben zu erreichen mangels der Fähigkeit [im gleichen Leben], in der siebten Hölle wiedergeboren zu werden, und infolgedessen fehlt auch ihnen diese Fähigkeit, werden nicht Moksa erreichen!
# 31 Wenn die zweite Alternative, dann ist wahrscheinlich das, was ihr [die Digambaras] denkt: Die Erreichung irgendeines extremen Zustands [ob gut oder böse] ist nur möglich durch höchstes Bestreben. Jetzt gibt es nur zwei solche extremen Zustände, nämlich die siebte Hölle, die Wohnstätte der äussersten Form von Schmerz, und Moksa, die Wohnstätte der äussersten Form von Glück. Geradeso wie die Wiedergeburt der Frauen in der siebten Hölle in den Schriften verboten ist, wegen der Abwesenheit in ihnen von dieser Art von [unreiner] mentalen Stärke, welche fähig ist zu diesem äusserst unglücklichen Aufenthaltsort zu führen, ähnlich, wird Moksa nicht für sie möglich sein, da sie dieser perfekten heilsame Kraft entbehren [, die allein die Erreichung von Moksa zustande bringt]. Um es in syllogistischer Form darzustellen:
Die höchste Form der reinsten mentale Stärke, welche die Ursache für Moksa ist,
wird nicht unter Frauen gefunden;
weil es das höchste Äusserste ist;
wie im Fall ihres Ermangelns des höchsten Äussersten der unreinen mentale
Stärke, welche [allein] zur niedrigsten, nämlich die siebte, Hölle führt.[14]
# 32 [Svetambara:] Das ist falsch, wegen des Fehlens von unveränderlicher Gleichzeitigkeit [zwischen Moksa zu erreichen und in der untersten Hölle geboren zu werden]. Ein Grund wird nicht schlüssig lediglich durch äußerliche Durchdringung, sondern durch [das Vorhandensein] einer inneren Durchdringung; sonst wird ein Grund ähnlich zu "[A ist schwarz], denn er ist der Sohn von ihm [d.h., B]" auch entscheidend sein! Die innere Durchdringung ist nur durch die Kraft der Gleichzeitigkeit unveränderlich bewiesen, und in diesem Fall gibt es nichts davon. Deshalb ist euer vorerwähnter Grund [d.h., einer Frau‘s Unfähigkeit, um in die siebte Hölle zu gehen] von einer
SEITE 155
zweifelhaften Natur, denn es ist zweifelhaft, ob es oder nicht von allen unähnlich Instanzen ausgeschlossen ist.
# 33 [Svetambara:] Euer Grund, ausserdem, geht eindeutig gegen jene Fälle von Wesen, die in ihrer letzten Inkarnation [d.h. diejenigen, die Moksa nach ihrem Tod erreichen müssen]. Sie haben die Energie, um Bedingungen erforderlich um Rettung zu erreichen zu erzeugen, aber sie haben nicht die Art von Energie, die sie zur siebten Hölle führen wird.[15] Umgekehrt spricht die Schrift von einer Fischart, welcher diese extreme Form von [ungesunder] geistiger Energie gutgeschrieben wird, die Wiedergeburt in der siebten Hölle bewirken kann,[16] und doch haben sie nicht diese extreme Form der gesunden psychischen Energie, die zur Erreichung von Moksa [in diesem Leben] führt.
# 34 Auch gibt es nicht eine Regel, dass Wesen, deren Fähigkeit, in den unteren Welten [d.h. in den Höllen] wiedergeboren zu werden klein ist, unbedingt eine ähnliche kleine Fähigkeit für die Wiedergeburt in oberen Wohnstätten [d.h., in den Himmeln] besitzen müssen, da eine solche Vermutung im Widerspruch zu der Schriftstelle steht, die lautet:
Diejenigen Wesen, die auf ihren Schultern kriechen, können in der zweiten Hölle und nicht weiter wiedergeboren werden; Vögel so weit wie die dritte; Vierbeiner so weit wie die vierte, Schlangen, so weit wie die fünfte [Hölle]. Und doch können alle diese Wesen in allen Himmeln, bis zum Sahasrara Himmel wiedergeboren werden.[17]
Deshalb beweist die Abwesenheit von [Frauen‘s] Fähigkeit, zur siebten Hölle zu gehen, nicht das Fehlen [in ihnen] von der Vortrefflichkeit dieser besonderen Fähigkeit [unentbehrlich für die Erreichung von Moksa].
# 35 [Svetambara:] Noch ist das Argument, dass Frauen ohne [yogische] Mächte [der Kontrolle über die Halbgötter und so weiter] sind, mit welchen sich an den Debatten teilzunehmen oder in Verkündigung und so weiter [Beweis, dass sie den Männern untergeordnet sind] , da die Annahme, [dass es eine Korrelation zwischen Verkündigung und erreichen von Moksa gibt] entgegengesetzt zu der Klasse der allwissenden Wesen geht, die es vorziehen, zu schweigen, das heißt, nicht verkünden (muka-kevalins) [und doch Moksa erreichen].
# 36 [Svetambara:] Was das Argument betrifft, dass Frauen wenig Lernen haben [und damit geringer sind als Männer], es sollte nicht einmal erwähnt werden. Es wird zu Unvereinbarkeit werden mit dem Fall von jenen [befreiten] Mönchen, die [lediglich durch] den Unterschied zwischen Spreu (Tusa) Und Getreide (masa) zu sehen fähig waren, zwischen dem Körper und der Seele zu unterscheiden.[18] Man kann durchaus folgern, dass sie über die erforderliche Fähigkeit Moksa zu erreichen hatten [trotz ihrer wenigen Bildung].
Demgemäss sind eure Argumente zu beweisen, dass Frauen der besonderen Fähigkeit Moksa zu erlangen, entbehren, nicht gültig.
# 37 Ebenso wenig kann das Argument von nicht von Männern begrüsst zu werden die Unterlegenheit der Frauen beweisen. Seid ihr [d.h., die Digambaras] dies eine allgemeine Aussage machend [, dass kein Mensch jemals eine Frau mit Ehrfurcht grüsst] oder seid ihr
SEITE 156
sagend, dass nur Männer, die höheren Ranges sind aufgrund ihres reinen Verhaltens [Frauen nicht mit Ehrfurcht grüßen]?
# 38 Was die erste Alternative betrifft, ist die offenkundig falsch, da die Mütter der Tirthankaras verehrt werden nicht nur von Männern, sondern sogar durch die Könige von Göttern und so weiter [die, wird es geglaubt, zur Erde hinabsteigen zur Zeit der Geburt eines Tirthankara].
# 39 Noch ist die zweite Alternative lebensfähig. Nehmen wir das Beispiel der Haupt [männlichen] Jünger des Tirthankara, die ganadharas. Sie werden nicht durch ihren übergeordneten, den Tirthankara begrüsst; durch euer Argument, die ganadharas auch untergeordnet [zu den Tirthankaras] seiend, sollten Moksa nicht erreichen!
# 40 Im Übrigen ist es nicht wirklich wahr, dass Nonnen nicht von ihren Übergeordneten gegrüsst werden. Denn es ist eine bestehende Tatsache, dass die Tirthankaras [während sie beten nicht irgendeine bestimmte Person anbeten] tun, [jedoch,] grüßen die vierfache Versammlung des Jaina Ordens (Sangha), welche bei Definition die Nonnen umfasst [zusammen mit den Mönchen, Laien-Männer, und Laien-Frauen]. Da die Nonnen somit durch die Tirthankaras begrüßt werden, wie könnt ihr aufrechterhalten, dass Frauen [den Männern] untergeordnet sind [, weil sie nicht von ihren Vorgesetzten begrüßt werden]?
# 41 [Svetambara:] Überdies, wenn ihr Frauen [d.h. die Nonnen] betrachtet untergeordnet zu sein [und infolgedessen unfähig Moksa zu erreichen], weil sie nicht Geständnisse [von Mönchen] erhalten und [sie] ermahnen können, dann werden nur die gelernten Lehrer des Mönchsordens (Acaryas) Moksa erreichen, und nicht die [unglückseligen] Jünger [die weder lehren noch führen]!
# 42 [Svetambara:] Was das Argument betrifft, dass [Frauen untergeordnet sind, weil] ihnen Pracht und Majestät [die unter den Männern zu finden sind] fehlt, das ist auch schlecht überlegt, da es gut bekannt ist, dass manchmal auch die ärmsten, unglücklichen Menschen Moksa erreichen, während selbst die reichsten Personen und solche Würdenträger wie die cakravartins nicht.[19]
# 43 [Svetambara:] Das Argument, dass Frauen nicht Moksa erreichen können, weil sie übermäßig durchtrieben und so weiter sind, ist auch nicht angemessen, da es nicht auf Männer, wie den Weisen Narada[20] und König Drdhapraharin[21] angewendet werden kann, die Moksa erreichten [trotz der Tatsache, dass der erstere äußerst heimtückisch und der letztere übermäßig gewalttätig war.]
# 44 [Svetambara:] Somit ist es klar, dass der Grund von Minderwertigkeit, den ihr [um Moksa für Frauen zu verweigern] angewendet habt, nicht nachgewiesen werden kann. Daher ohne weiteres Getue, solltet ihr die gleiche Möglichkeit von Moksa für Frauen einräumen, wie ihr für Männer tut. Als Abschluss bieten wir euch folgende logische Aussage:
Es gibt Moksa für Frauen;
denn es gibt keinen Mangel an den notwendigen Ursachen für seine
Verwirklichung;
wie im Fall von Männern.
SEITE 157
Die Ursachen von Moksa sind richtige Ansicht, richtiges Wissen und richtiges Verhalten, und alle diese in ihrer vollkommenen Form werden bei Frauen gefunden.
# 45 So ist richtig festgestellt worden, dass, wie Männer, auch Frauen Moksa erreichen können.
DIE SEITEN 157-158 WURDEN IM ORIGINAL VON DEN HIER IM TEXT INTEGRIERTEN FUSSNOTEN VERWENDET
-- Ende des V. Kapitels von VI --
[1] Dieses syllogistische Argument sowie das Gegenargument, das am Ende (# 44) erscheint, können zurückverfolgt werden zu der Nyayakumudacandra (Kapitel III, # 2 und # 75) und daher ist es denkbar, dass Gunaratna Zugang zu Prabhacandra‘s Arbeit hatte.
[2] Der Yapaniya ist nicht länger der Verteidiger von strimoksa wie er in Kapitel II war. Zur Zeit von Gunaratna sind die Svetambaras die Verfechter dieser Lehre geworden und verwenden die Yapaniya Argumente fast wörtlich, wie sie von Shakatayana in der Strinirvanaprakarana und der Svopajnavrtti vorgelegt wurden. Vergleiche die hier aufgeführten Elemente mit Kapitel II (# 12).
[3] Vergleiche Kapitel II (# 28).
[4] Dies scheint ein Svetambara Versuch zusein, zu behaupten, dass es keinen grundlegenden Unterschied zwischen Männern und Frauen in ihrem Grund um Kleider zu tragen gibt. Shakatayana, schränkt jedoch nur Kleider für jene Männer ein, die den drei Mängeln unterworfen sind, aufgeführt in Kapitel II (# 15).
[5] Siehe Kapitel 11 (# 33).
[6] Siehe Kapitel II (# 35). Wieder einmal ignoriert Gunaratna die Yapaniya Einschränkungen, die für die Verwendung der Kleider von Männern angewendet werden.
[7] Siehe Kapitel II (# 39).
[8] Die einzige Methode des freiwilligen Todes durch die Jaina Schriften zugelassen ist durch Fasten, genannt sallekhana (siehe Kapitel II, # 55). Die Jaina haben alle anderen Formen des Todes verurteilt, einschließlich der von brahmanischen Yogis praktizierten wie ins Feuer gehen oder Ertrinken im Wasser, oder Springen von einem Hügel. Sehen JPP, S. 154.
[9] Siehe Kapitel II (# 39). Gunaratna ignoriert Prabhacandra‘s Antwort auf dieses Argument wie in Kapitel III (# 58).
[10] Siehe Kapitel II (# 41). Für ein Gegenargument mit der Verwendung dieser Metapher, siehe Kapitel VI (n. 16).
[11] Siehe Kapitel II (# 85-88).
[12] Der yathakhyata-caritra, die höchste Form des Bettler Verhaltens, wird nur von denen erzielt, die vollkommene Reinheit mit der Beseitigung aller Formen des Mohaniya-Karmas erreicht haben. Infolgedessen ist es nur möglich für jene Wesen, die das zwölfte und das dreizehnte gunasthana erreicht haben. Der Sarvarthasiddhi (ix, 18) erklärt es als das Verhalten der Beschreibung, welches der wahren Natur des Selbst entspricht (yathatmasvabhavo ‘vasthitas tathaivakhyatatvat).
[13] Siehe Kapitel II (# 12).
[14] Dies scheint in Antwort auf das Argument Prabhacandra‘a in Kapitel III (# 34) zu sein.
[15] Siehe Kapitel II (# 18). Gunaratna ignoriert Prabhacandra‘s Antwort auf dieses Argument in Kapitel III (# 44).
[16] Für die Geschichte von dem Fisch, der in die siebte Hölle ging, siehe Kapitel II, n. 17.
[17] Vergleiche Kapitel II (# 20).
[18] Gunaratna bezieht sich hier wahrscheinlich auf die Geschichte von einem Digambara Mönch namens Sivabhuti, erwähnt in Kundakunda‘s Bhavaprabhrta: Tusamasam ghosamto bhavavisuddho mahanubhavo ya, ya namena Sivabhui kevalanani phudam jao [53]. Srutasagara, diesen Vers kommentierend, erzählt folgende Geschichte. Es war ein Mönch namens Sivabhuti von reinem Herzen. Aufgrund von schwachem Gedächtnis er konnte sich nicht der technischen Begriffe, die für die Seele und Körper (d.h. jiva und Sarira) verwendet werden, erinnern, die für die Unterscheidung zwischen ihnen nach der Jaina-Lehre erforderlich waren. Eines Tages sah er eine Frau Linsen waschen und fragte sie, was sie tat. Ihre Antwort war, dass sie die Linsen (masa) von der Spreu (Tusa) am Trennen war, machte ihn wiederholt die Formel "Hülsenfrüchte werden von Spreu auseinandergebracht", welches ihn zu der Verwirklichung führte, auch ohne Verwendung der Fachbegriffe, der Trennung von seiner Seele aus dem Körper und augenblicklich erreichte er kevalajnana; Satprabhrtadisangrahah, S. 201. Gunaratna gebraucht diese Digambara Geschichte des "Masatusa" Mönchs, den Punkt zu beweisen, dass der Mangel an formalem Lernen der heiligen Texte, Frauen nicht hindern müssen, Moksa zu erreichen. Für eine Diskussion über die Bedeutsamkeit der Studie der Purva Texte (für Frauen verboten) bei der Moksa Erreichung, siehe Kapitel VI (Nr. 41).
[19] Von den zwölf cakravartins, die während der laufenden Hälfte des Jaina Zeit Zyklus regierten, erreichten zehn Moksa bei ihrem Tode, während zwei (Subhauma, Nr. 8, und Brahmadatta, Nr. 12) in der siebten Hölle wiedergeboren wurden. Siehe JSK IV, S. 12.
[20] Dies ist wahrscheinlich ein Hinweis auf Narada (ein Zeitgenosse von Krishna den "Narayana", siehe Kapitel II, n. 49), der gesagt ist, Moksa erreicht zu haben in der Harivamsapurana des achten Jahrhundert Digambara Acarya Punnata Jinasena: Narado 'pi narasresthah pravarajya tapaso balat, krtva bhavaksayam moksam aksayam samupeyivan; sarga 65, Vers 24. Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, dass der Begriff "Narada" in den Jaina Puranas als Bezeichnung einer literarischen Art erscheint, eine Nachahmung des brahmanischen Weisen Narada, der (mit seiner verschlagenen Wesensart den Konflikt zwischen den narayana und den pratinarayana zum Geschehen bringt, siehe Kapitel II, n. 49). Die Digambara Überlieferung beschreibt die naradas als Zeitgenossen der vasudevas, die gern streiten, aber gelegentlich auch rechtschaffenes Leben führen; sie sind würdig um Moksa zu erreichen, aber wegen des Fehlers von Gewalt (welche sie helfen zu verüben) werden sie in der Hölle wiedergeboren: kalahappiya kadaim dhammaraha vasudevasamakala , bhavva nirayagadim te himsadosena gacchamti; Trilokasara, Vers 835, zitiert in der Harivamsapurana, S. 800, n. 1. In Anbetracht dieses Textes, Pandit Pannalal Jain, der Herausgeber der Harivamsapurana, hat die Richtigkeit der Aussage in Frage gestellt, dass Narada Moksa erreichte (ebd.). Für verschiedene Einträge unter diesem Namen im Svetambara Kanon, siehe Mehta (1970-1972, 1, 321).
[21] Hemacandra in seinem Yogasastra-svopajnavrtti erzählt ausführlich die Geschichte des Drdhapraharin (wörtlich, Einer Der Hart Schlägt). Er war ein Häuptling von Dieben und hatte eine Kuh, einen Brahmanen, und seine schwangere Frau getötet und somit verdient, in der siebten Hölle wiedergeboren zu werden. Jedoch, bereute er seine bösen Taten, wurde ein Jaina Mönch, übte schwere Buße, und erreichte in diesem jetzigen Leben Moksa: brahma-stri-bhruna-go-ghata-patakan narakatitheh, Drdhaprahariprabhrter yogo hastavalambanam; i, Vers 12. Für weitere Hinweise siehe Mehta (1970-1972, I, S. 355). Seine Geschichte wird nicht in der vorhandenen Digambara Literatur gefunden.