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# 8 [Digambara:] O Lotosblume [Das bedeutet, bester] unter denen, die für Moksa streben und begehrlich der Erkenntnis der wahren Lehre sind! Du hast in der Tat eine sehr wichtige passende Frage gestellt. In diesem besonderen Kontext [d.h. in dieser Teststelle aus der oben zitierten Schrift] wurden die Worte "können auch  die vierzehnte gunasthanas (sijjhanti) erreichen" mit Verweis auf eine Person gesprochen, die [biologisch männlich, aber] psychologisch weiblich war. Aber eine Person, die biologisch weiblich ist, können nur die ersten fünf gunasthanas erreichen, beginnend mit der ersten, mithyadrsti [falsche Ansichten].

Wenn es gefragt wird, wie dies so sein kann, sagen wir, dass das Auftreten des Begriffs "manusyini"[1] [wörtlich, weiblich von der menschlichen Spezies] in der Schrift [diejenigen beschreibend, die vierzehn gunasthanas haben können], wird auf eine Person angewendet, die biologisch männlich ist, aber weiblichen Libido erfährt, wenn er beginnt, die Leiter [der Vernichtung, d.h. die achte gunasthana] zu erklimmen. Wie bereits in der Siddhabhakti gesagt worden ist:

 

Diejenigen Männer, die die Leiter der Zerstörung erklommen haben, während männliche Libido zu erfahren, werden Siddhahood erlangen, wenn sie ihre Meditation aufrechterhalten. Das wird wahr für diejenigen [Männer], die auch die beiden anderen Libido erfahren.

 

[* S. 81, Zeile 13-S. 83, Zeile 5] Gleichermassen, [sollten auch im folgenden Text das

Wort "Frau" und "Zwitter" so verstanden werden, sich auf Männer zu beziehen, die diese Art von Libido erfahren]:

 

In einem Augenblick werden zwanzig Personen mit hermaphroditischem Libido, vierzig mit weiblichem Libido und achtundvierzig mit männlichem Libido Siddhaschaft erreichen.[2] [?]

 

Die Bedeutung dieses Verses wird nur konsequent, wenn wir sie auf [Personen, die biologisch Männer sind] beziehen, [denn wie könnte man über eine so große Anzahl von biologischen Hermaphroditen berichten, die in Wirklichkeit nur einen sehr kleinen Prozentsatz der Menschheit bilden]? Wir halten deshalb aufrecht, dass es kein Moksa gibt, möglich für diejenigen Personen, die biologisch weiblich sind, weil Verworfenheit (Kautilya) ihre wahre  Wesensart ist.[3] [* S. 83, Zeilen 7-9] Wie es in der Welt oft gesagt wird:

 

Lüge, übertriebene Hast, Betrug, Dummheit, übermäßige Gier, Mangel an Zuneigung, und Unerbittlichkeit sind die angeborenen Fehler der Frauen. [?]

 

# 9 [Svetambara:] Dieses Argument von euch [, dass diese Fehler in einer Person, die biologisch weiblich ist zu finden sind] ist ohne Belang, da sie auch mit gleicher Häufigkeit bei Männern, die psychisch Frauen sind auch gefunden werden. Und doch haltet ihr aufrecht, dass, selbst auch wenn Fehler in solchen Männern gefunden werden, sind sie dennoch wert um Moksa in diesem jetzigen Leben zu erreichen. [* S. 83, Zeile 12-S. 84, Zeile 6]

 

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[1] Manusyini ist die sanskritisierte Form des Prakrit manusini angewendet im ältesten (ca. 150 n.Chr.) Digambara Text Satkhandagama (Sutras 92 und 93) für eine Frau (im Gegensatz zu Prakrit; manussa , Sanskrit; manusya , d.h., männlich). Beim Beschreiben, welches menschlieche Wesen welche gunasthanas haben kann, erwähnt dieser Text beide manusya und manusyini getrennt und stellt fest, dass beide alle vierzehn gunasthanas erreichen können. (Siehe den in Kapitel II, n. 71 zitierten Text.) Da die dreizehnte und vierzehnte gunasthanas nur durch eine Kevalin (die Moksa am Ende dieses Lebens erreichen müssen) zu erreichen sind, dieser Digambara Text, die Verwirklichung dieser gunasthanas durch manusyini erlaubend, steht im Widerspruch zu der erklärten Digambara Lehre, dass Frauen Moksa in diesem Leben nicht erreichen können. Die Digambara Kommentatoren wie oben gesehen (Kapitel III, ii) haben gefolgert, dass der Begriff "manusyini" sich nicht auf eine biologische Frau bezieht, sondern einen biologischen Mann, der psychologisch weiblich ist. Prabhacandra, wie wir bereits gesehen haben, ignoriert diese ganze Diskussion, aber Meghavijaya ist hartnäckig in seiner Prüfung der Digambara Auslegung dieses Begriffs, welcher Auflösung sogar bis heute ausgewichen wurde.

[2] Beide Sekten glauben, dass in einem Augenblick (samaya) ein Minimum von einer und ein Maximum von hundertacht Seelen Moksa erreichen (samkhya-jaghanyena ekasamaye ekah siddhyati, utkarsenastottarasatasamkhyah; Sarvarthasiddhi, x, 9; JSK Ill, S. 339). Da die Digambaras nicht an den Moksa von irgendjemand andern als einen Mann glauben, wird die Zahl von hundertacht nicht weiter unterteilt, um das physische Geschlecht zu zeigen wie in den von Meghavijaya zitierten Versen verändert ist. Dieser Vers ist daher nicht maßgeblich für die Digambaras; noch ist es der eine zitiert vom Yapaniya Autor Shakatayana (in Kapitel II, # 95), welcher ausdrücklich von Prabhacandra abgelehnt wurde (siehe Kapitel III, # 81 und n. 82).

[3] Dass Frauen übermäßige Verworfenheit (maya oder kautilya) haben, ist nicht unbedingt ein exklusives Digambara Argument basierend auf irgendeiner nennenswerten nur auf Frauen angewendeten Karma Theorie, sondern spiegelt eine allgemeine Haltung der indischen Männer gleichermaßen geteilt von den Svetambaras und den Yapaniyas.