SEITE 173
würdig ist, als ein Kevalin verehrt zu werden oder dass sie als zöliber betrachtet werden könnte, auch während von Männern berührt werdend - Götter, Titanen und Männer - im Verlaufe der Verehrung [, die gewöhnlich einem Tirthankara zum Zeitpunkt der Geburt und anderer glücklicher (kalyanaka) Gelegenheiten angeboten werden].
# 44 [* S. 88, Zeilen 5-7]
Einer Frau‘s bloßes Lächeln auf ihrem lotusgleichen Gesicht bringt die Versklavung der Herren der Erde zustande. Nur durch Besessenheit nach ihr wird eine Person zu, Liebe, Angst, Unmoral, Jammer und Torheit getrieben. In Verbindung mit ihr fällt die ganze Wesenswelt unter die Herrschaft der Lust, Wut und Feindseligkeit und verliert seine Sinne. Eine Schlampe, deren Absichten in dieser Weise grausam sind, kann nicht die Herrlichkeiten des günstigen Moksa erreichen. [2].
Solange die Welt wach bleibt durch Wirkung der leuchtenden Strahlen [d.h. Worten] des [Acarya] Prabhacandra [wörtlich, Leuchtender Mond], welche alles Existierende gemäss den Schriften der Digambaras wiederspiegelt, die alle Fehler [gefunden in nicht-Digambara Texte] ausfindig gemacht haben und zerstört, und die sich wie die Strahlen des Mondes sich durch das östliche Firmament hindurch ausbreiten, wie dann kann man glauben, dass eine Frau, die immer erschöpft ist durch konstanten erotischen Genuss, Moksa erreichen kann [verlassend ihre versicherte Wiedergeburt in den himmlischen Wohnstätten], es sei denn, dass man davon ausginge, dass die fleißigen Beschützer der Himmel, der Gott Dhana [d.h. Kubera], nicht auf sie liebevoll blicken würde und sie nicht heiraten?[1] [3]
# 45 Nun folgt die Gegendarstellung [der Svetambaras].
Im Hinblick auf das oben Gesagte: "Eine Frau, die eine Frau durch biologisches Geschlecht ist, ist unwürdig Moksa in diesem Leben zu erreichen ", diese Aussage gehört widerlegt, weil sie gegen [die Digambara‘s] eigene Schriften geht, die besagen, dass ein manusyini [wörtlich, eine "Frau"] vierzehn gunasthanas erreichen kann.
# 46 Es ist falsch zu behaupten, dass der Begriff "manusyini" hier ein Mann von biologischem Geschlecht bedeutet, der psychologisch weiblich ist. Dies ist weil solche [Erfahrung einer jeden Art von Libido, einschließlich der weiblichen Libido] kann nur bis zur neunten gunasthana existieren und nicht darüber hinaus. [* S. 88, Zeile 12-S. 91, Zeile 13][2]
# 47 Wenn ihr ganzes Leben, eine Frau nie über die fünfte gunasthana [d.h. den Status der Laien] steigen wird wegen ihrer geplagten Natur, wie [der Digambara] behauptet, dann müsst ihr erklären, wie es möglich ist, dass ein Mann [d.h., ein Mönch], die weibliche Libido erfährt [striveda - und damit psychologisch weiblich wird], aufsteigen kann nach der fünften gunasthana; denn sicherlich würde er mehr von der Natur geplagt [als eine Frau, weil einen Libido erlebend, der im Widerspruch zu seinem biologischen Geschlecht steht]?[3] [* S. 91, Zeile 15-p. 92, Linie 1]
# 48 [Die vorstehenden Prüfung] macht es deutlich, dass eure [Digambara] Auslegung des Wortes "manusyini" als ein Mann bedeutend, der psychologisch weiblich ist, ist falsch. Da dies der Fall, eure weitere Behauptung, dass
[1] Meghavijaya bezieht sich hier offensichtlich auf Prabhacandra (siehe # 92), den Exponenten der Digambara Lehre. Die letzte Zeile, die besagt, dass Dhana (d.h. Kubera) weiterhin zu den Frauen mit liebenden Augen sehen, ist eine bildliche Art zu sagen, dass eine Frau eher mit einer Wiedergeburt im Himmel zufrieden bleiben muss als Moksa in diesem jetzigen Leben zu erreichen.
[2] Der Text zu dieser Stufe (von Seiten 88, Linie 12, auf S. 91 Linie 13) zitiert große Passagen aus der Gommatasara-vrtti und der Pancasangraha hinsichtlich der verschiedenen Arten von gunasthanas, erreicht von verschiedenen Seelen durch den Prozess der allmählichen Abschaffung der verschiedenen Arten von Karma. Dies ist ein Versuch zu zeigen, dass die Digambaras falsch liegen im das Wort "manusyini", einen biologischen Mann, der vorübergehend durch das Erleben der weiblichen Libido psychologisch weiblich geworden war, zu bedeuten nehmen.
[3] Ob eine Frau, die einen Mann begehrt mehr oder weniger pervertiert als ein Mann, der einen Mann begehrt ist eine entscheidende Frage in dieser Debatte wird aber nie von den Digambaras angesprochen. Die Svetambara Fragestellung impliziert, dass sie solch einen Mann (d.h., ein homosexueller) empfinden, würde untergeordnet zu einer Frau sein oder zumindest sollte er nicht besser fahren als eine Frau beim Folgen des spirituellen Pfads. Die Digambara Antwort würde scheinen zu sein, dass das Vorhandensein der weiblichen Libido in einem Mönch in der achten gunasthana nicht von Bedeutung ist, da alle drei Libidos bei der neunten gunasthana zerstört sein müssen, bevor dieses Mönch‘s Fortschritt in Richtung auf den Zustand eines Kevalin. Siehe Vers aus dem Prakrta-Siddhabhakti zitiert durch die Digambara in Nr. 8 oben.