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# 83 Nun beginnen wir mit der Widerlegung der [durch die Digambaras vorgebrachten] Schlussfolgerungen. [S. 113, Zeile 7-p. 123, Zeile 6][1]
# 84 [Svetambara:] Was das Argument betrifft, dass die beiden geistigen Beschränkungen, nämlich die sthavirakalpa und die jinakalpa, nicht zum gleichen Ziel, nämlich Moksa führen,[2] und dass deshalb Nonnen [da es ihnen nicht gestattet wird, jinakalpa auszuüben] nicht Moksa erreichen können, auch dieses Argument ist ungültig. Es wird durch die Tatsache missbilligt, dass beide diese Praktiken Moksa als ihr Ziel haben, und die Unterscheidung zwischen ihnen ist lediglich, dass die Bettler, die sthavirakalpa ausüben Schüler lehren und einen gemeinsamen Wohnsitz teilen, während diejenigen, die jinakalpa ausüben nicht. In der Tat gibt es keinen handfesten Unterschied zwischen den Arten von Einschränkung für Mönche und Nonnen. Es darf nicht von den Digambaras ausgesagt werden, dass es eine absolute Unterscheidung zwischen den beiden Arten gibt, weil des Mönchs Einschränkung die vollständige ist und der Nonne‘s Einschränkung teilweise ist, da es für die Anhänger der Lehre von syadvada [bedingte Behauptung] nicht richtig ist, einen absoluten Unterschied zwischen den beiden zu verfechten. Darüber hinaus haben wir bereits durch logische Mittel festgestellt, dass die Gelübde der Nonnen die Gleichen sind, wie die großen Gelübde (Mahavratas) der Mönche. Was ist dann der Nutzen von sinnloser Diskussion?
# 85 [Svetambara:] Was den angeblichen Mangel an Stärke bei Frauen betrifft, ist dies durch das Fehlen einer bestimmten Art von samhanana ["Gelenkknochen"] ihres Körpers verursacht,[3] oder das Fehlen von Stärke, oder das Fehlen von fest Festhalten an ihren Gelübden? [* S. 123, Zeile 9]
Nicht die erste Alternative, weil es für Frauen möglich ist, die erste samhanana zu besitzen, wie es heißt in der Avasyaka-niryukti: "Die erste Art der Verbindung..." Infolgedessen ist eure Behauptung [auf der Grundlage eurer Schrift, dass die karmabhumi Frauen nicht die ersten drei samhananas haben] für uns nicht akzeptabel.[4]
Auch nicht die zweite Alternative, da die Stärke der Frauen direkt in solchen Handlungen wie ins Feuer stürzen [in der nicht-Jaina Handlung des Kletterns auf den Begräbnis Scheiterhaufen ihres Mannes (Sanskrit; Sati f. d.h., Witwenfolge, Totenfolge. AΩ), etc.] wahrgenommen werden kann. Was körperliche Tüchtigkeit betrifft, die von keinem Nutzen ist im [Zusammenhang mit] Moksa [zu] erreichen, da auch Männer, die lahm sind zwergenhaften, oder extremer Krankheit unterliegen dadurch nicht von Moksa zu erreichen gehindert werden. Es sollte [von den Digambaras] nicht vorgestellt werden, dass diese Männer auch nicht fähig sind Moksa zu erreichen,[5] denn es gibt keine feste Regel betreffs ihre Unfähigkeit. Lediglich deformierte Gliedmaßen zu haben ist nicht maßgebend in dieser Angelegenheit, da [wir glauben], dass Moksa möglich ist, auch für diejenigen, die samsthana ["Körperbau"] von einem Buckel oder einem Zwerg haben. [* S. 123, Zeile 13-S. 124, Zeile 6]
# 86 Was den neo-Digambara Einwand betrifft [siehe # 25], dass [der Zustand des
[1] [* S. 113, Zeile 7-p. 123, Zeile 6] Meghavijaya's Widerlegung der Digambara Argumente (die oben aus # 25 und # 39 erbracht wurden), sind hier weggelassen, da sie nahezu identisch sind, wenn auch in detaillierteren Gestalt vorgelegt, als mit denen in der Strinirvanaprakarana (Kapitel II) und der Tarkarahasyadipikavrtti (Kapitel V) oben diskutiert gefundenen. Nur neue Argumente oder wesentlich neue Formulierungen der alten Argumente sind in den Abschnitten # 84 bis # 92.
[2] Hier scheint Meghavijaya auf das Argument Prabhacandra‘s in Kapitel III (# 68) zu reagieren, welches einen Kontrast zwischen der sacelasamyama einer Nonne und der acelasamyama eines Mönches zieht. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass Prabhacandra nicht die Begriffe "sthavirakalpa" und "jinakalpa" verwendet, um diese beiden Praktiken zu beschreiben. Für die Unterschiede in der Bedeutung angehängt an diese beiden Arten in der Svetambara und der Digambara Sekte, siehe Kapitel II (n. 35).
[3] Über samhanana, siehe Kapitel IV (Nr. 3).
[4] Meghavijaya lehnt hier die in Kapitel IV (# 10) zitierte Schrift von Jayasena ab.
[5] Über die sechs Arten von samsthanas oder Strukturen des menschlichen Körpers, siehe Kapitel II (Nr. 53). Es wird vermutet, dass der ganz unsymmetrische oder deformierte Körper (hundasamsthana) das Ergebnis sehr bösen Karmas ist. Allerdings einen deformierten Körper dieser Art zu haben, wird von den Svetambaras nicht als ein Hindernis betrachtet, in diesem jetzigen Leben Moksa zu erreichen. Es sei darauf hingewiesen, dass die Digambaras nicht mit dieser Ansicht einverstanden sind. Sie haben aufrechterhalten, dass ein Mann mit einem deformierten Körper nicht in Bettelei aufgenommen werden kann und daher Moksa im gleichen Leben nicht erreichen kann. Siehe Pravacanasara , III, 25 [* 15] über die physikalischen Eignungen eines Aspiranten, Aufnahme als Digambara Mönch suchend.