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Menstruationsblut nicht eine unwillkürliche (d.h. natürliche) Funktion des Körpers einer Frau ist, sondern das Ergebnis eines sexuellen Wollens (veda, eine Vielzahl von Mohaniya-Karma, verantwortlich für die Entstehung von sexueller Leidenschaft), ein Phänomen, vergleichbar des Ausstosses eines Mannes von Samen (virya) In einem Traum.[1] Ihre Menstruationszyklen sind somit konstante Erinnerungen an sie, so gut wie andere, dass sie sexuell begehrlich ist. Dieses Bewusstsein bringt Scham (lajja) hervor, was wiederum zur Abhängigkeit von Kleidertragen führt, um sich vor den lüsternen Blicken der Männer zu schützen. Es macht sie auch abhängig von der ständigen Angst, sexuell von Männern angegriffen zu werden, weswegen sie von der Gesellschaft insgesamt für den Schutz Abhängig gemacht ist. Diese beiden Konstanten der Scham und Angst, welche die Digambaras glauben, dass Männer sie überwinden können, machen eine Frau für ungeeignet, die höheren Gelübde (Mahavratas) eines Bettlers zu unternehmen oder die oberen Bereiche der meditativen Zustände zu verfolgen, durch welche allein kann man die Libido (d.h. die Veda) ausrotten kann und damit auf den Gipfel der reinsten Meditation (sukladhyana) klettern, welche in Moksa abschliessen muss. Aus all diesen Gründen glauben die Digambaras, dass der Körper einer Frau selbst genug ist, um eine Frau unfähig zu machen Moksa zu erreichen.

 

# 23 So seltsam es scheinen mag, die Svetambaras treffen mit der Digambara Auffassung, zusammen, dass eine Person, die samyaktva zum Zeitpunkt seines (oder ihres) Todes hat, nie mehr als eine weibliche wiedergeboren werden kann. Immerhin haben die Svetambaras beansprucht, dass es eine Ausnahme von dieser Regel gibt. Diese Ausnahme wird beschrieben als ein ascarya, oder ein außergewöhnliches Ereignis, ja ein Wunder; es gilt für die Person von Malli, den neunzehnten Jina, die einzige Frau der vierundzwanzig Jinas unserer Zeit, von denen Mahavira der letzte war.[2] Es kann von einigem Interesse für uns werden, in die Legende dieser weiblichen Jina zu schauen, da es einen seltenen Einblick in die Faktoren liefert, die zur Wiedergeburt einer Frau führen.

 

# 24 Nach der Svetambara Legende war die Seele, die später die weibliche Malli wurde, in einem ehemaligen (dritten von den letzten) Leben ein König namens Mahabala.[3] König Mahabala entsagte der Welt zusammen mit sieben Freunden, und sie alle wurden Jaina Bettler. Es ist für Jaina Mönche üblich, sich in besonderer Askese zu beschäftigen, solche wie Fasten. Alle acht Mönche machten eine feierliche Vereinbarung, eine gleiche Anzahl von Fasten als Teil ihrer Askese zu unternehmen. Nun war Mahabala von Natur aus betrügerisch und famd immer wieder Ausreden (z.B. Krankheit), um Mahlzeiten zu überspringen und brach so die Vereinbarung durch hinterlistiges Anhäufen einer größeren Zahl von Fasten als seine Freunde. Sein Verhalten war ansonsten einwandfrei, und als Folge seiner großen Anstrengungen ein heiliges Leben zu führen, brachte er solch karmische Kräfte hervor, die ihm Wiedergeburt als ein würde-sein-Jina ergeben würde – das ist, einer dessen Empfängnis (garbha), Geburt (janma), Verzicht (Diksa), Erleuchtung (kevalajnana) und Tod (Nirvana) als glücklicher Ereignisse (kalyana) von Göttern und

 

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[1] Siehe Kapitel VI (# 89).

[2] Geburt eines weiblichen Tirthankara (itthitittham) wird unter den zehn außergewöhnlichen Ereignissen aufgelistet, die einmal in einem "unendlichen" Zeit-Zyklus stattfinden: uvasaggagabbhaharanam itthitittham abhaviya parisa, Kanhassa Avarakamka uttaranam camdasuriyanam. [1] Harivamsakuluppatti Camaruppao ya atthasayasiddha, asamjayesu pua dasavi anamtena kalena. [2] Sthananga-Sutra, # 1074 (Suttagame, S. 314).

[3] Für den Svetambara Bericht von Malli, siehe Nayadhammakahao, Kap. viii; Roth (1983); Trisastisalakapurusacaritra, Vol. IV, Kap. 6. Für die Digambara Version, siehe Uttarapurana, Kap. 46.