SEITE 60                                                                                Jainismus  Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung                                                         Âkârâga Sûtra

verzagen, der Aufstrebende niedergeworfen. Diese mit Sinnlichkeit gestörten, die feigen Männer werden Verderber des Glaubens[1]. Daher wird der Ruf einiger schlecht. Er ist ein abtrünniger Asket! Er ist ein abtrünniger Asket! (3)

Schaue! Einige, auch wenn sie mit religiösen, frommen, sanften und würdigen (Mönchen) leben, sind nicht religiös, noch fromm, noch sanft, noch würdig. Sie kennend, der Gelernte, die Weisen, die standhaften Helden werden durch den rechten Glauben immer siegreich sein. So sage ich. (4)

Fünfte Lektion/Lehre.

Verweilend in oder zwischen den Häusern, in oder zwischen den Dörfern, in oder zwischen den Städten, in oder zwischen den Bezirken, wird ein Mönch von Mördern angegriffen, oder er unterliegt den Härten (eines Bettelmönch’s Leben). Ein Held sollte diese Härten ertragen. (1)

Ein Heiliger[2], mit richtigem Einfühlungsvermögen, der Mitgefühl für die Welt pflegt, im Osten, Westen, Süden und Norden, sollte predigen, verbreiten, und loben (den Glauben), zu wissen, die heilige Kunde[3]. Er sollte sie verkünden unter jenen, die selbst ausüben, und diejenigen, die nicht tun[4], unter jenen, die bereit sind, zu hören (das Wort). (2)

Nicht zu vernachlässigen Ruhe, Ununterschiedlichkeit, Geduld, Freiheit, Reinheit, Aufrichtigkeit, Sanftmut, und die Freiheit von weltlichen Sorgen[5], sollte man, unter gebührender Bedachtsamkeit, das Recht der Bettler für alle Arten von Kreaturen predigen. (3)

nächste SEITE 61


 

[1] Oder Brecher von Gelübden

[2] Oya, siehe 2. Anmerkung SEITE 52 (Oe = oga, er der von Liebe und Hass frei ist)

[3] Veyavî = vedavid

[4] Dies ist gleichbedeutend zu entweder die Gläubigen und Ketzern, oder zu klerikalen oder Laien-Männern

[5] Lâghaviya, Leichtigkeit, erklärt, die Freiheit von Verpflichtungen