Seite XLI                                                                                                        Jainismus Inhalt gesamte Vorlesung                                                              Âkârâga Sûtra und Kalpa Sûtra

die archaische Schreibweise als Darstellung der Aussprache bei oder kurz nach der Epoche der Abfassung der heiligen Bücher betrachten, und die modernste, als Darstellung der Aussprache bei oder kurz vor der Redaktion der Siddhânta[1]. Jetzt beim vergleichen des Gaina Prakrit vor allem in der ältesten erreichbaren Form mit dem Pâli auf der einen Seite, und dem Prakrit von Hâla, Setubandha, &c. auf der anderen Seite, wird es  herauskommen, näher an das Pâli heranzukommen als dem späten Prâkrit. Wir können daher feststellen, dass chronologisch auch die heiligen Bücher der Gainas näher zu denen der südlichen Buddhisten als den Werken späterer Prâkrit Schriftsteller standen.

Aber wir können das Datum der Gaina Literatur unter Zuhilfenahme der in den heiligen Büchern verwendeten Versmasse zwischen noch engeren Grenzen bestimmen. Ich bin der Meinung, dass das erste Buch der Âkârâga Sûtra, und das der Sûtrakriga Sûtra unter die ältesten Teile des Siddhânta zugerechnet werden können; der Stil der beiden Werke scheint mir die Richtigkeit dieser Annahme zu beweisen. Nun eine ganze Lektion der Sûtrakriga Sûtra ist in den Vaitâlîya Versmassen geschrieben. Das gleiche Versmass wird in der Dhammapadam und anderen heiligen Büchern der südlichen Buddhisten verwendet. Aber die Pâli Verse repräsentieren eine ältere Phase in der Entwicklung der Vaitâlîya als jene in den Sûtrakriga, wie ich in einem Papier über die post-vedischen Versmasse beweisen werde, die demnächst in der Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft veröffentlicht werden. Verglichen mit den gewöhnlichen Vaitâlîya Versen der Sanskrit Literatur, von denen eine kleine Anzahl schon in der Lalita Vistara erscheinen, müssen die Vaitâlîya der Sûtrakriga betrachtet werden, eine frühere Form des Versmasses zu repräsentieren.  Wiederum scheinen alte Pâli Werke keine Verse in den Âryâ Versmassen zu enthalten; zumindest ist keiner in der Dhammapadam, noch habe ich eine in anderen Werken gefunden. Aber beide, der Âkârâga and Sûtrakriga

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[1] Es könnte eingewendet werden, dass archaische Schreibweisen sind infolge des Einflusses der Kenntnis von Sanskrit; aber die  Gainas mussten immer so gut mit Prâkrit bekanntgemacht worden sein, dass sie nicht irgendeine Hilfe vom Sanskrit benötigten um ihre heiligen Bücher zu verstehen. Im Gegenteil, in ihren Sanskrit MSS. treffen wir öfter mit Wörtern buchstabiert wie Prâkrit Wörter zusammen. Daneben, einige Schreibweisen können nicht als Sanskritismus erklärt werden, z.B. dâraga for dâraya, der Sanskrit prototyp ist dâraka