Seite XV                                                                                                        Jainismus Inhalt gesamte Vorlesung                                                                 Âkârâga Sûtra und Kalpa Sûtra 

ihm als ein Prophet der Gainas, Vardhamâna oder âtriputra[1] sprechen:

Ich habe nicht die Absicht ein volles Leben von Mahâvîra zu schreiben, sondern nur solche Einzelheiten zu sammeln, die ihn zugleich als eine unverkennbare historische Person zeigen, und als unterschiedlich von Buddha in den wichtigsten Einzelheiten. Vardhamâna war, wie sein Vater, ein syapa. Er scheint in dem Haus seiner Eltern gelebt zu haben, bis sie starben, und sein älterer Bruder, Nandivardhana, gelang es zum selben Fürstentum wie sie hatten. Dann, im Alter von achtundzwanzig, er, mit der Zustimmung derer an der Macht, trat in die geistliche Laufbahn ein, die in Indien, wie auch die Kirche in den römisch-katholischen Ländern, scheint ein Feld für den Ehrgeiz der jüngeren Söhne angeboten zu haben. Zwölf Jahre lang führte er ein Leben der Strenge, besuchte selbst die wilden Stämme des Landes genannt dhâ. Nach dem ersten Jahr ging er nackt herum[2]. Vom Ende dieser zwölf Vorbereitungsjahren der Selbst-Demütigung datiert Vardhamâna's Kevalischaft. Seit dieser Zeit war er als allwissend anerkannt, als ein Prophet der Gainas, oder ein Tîrthakara, und hatte den Titel Gina, Mahâvîra, &c., welche auch den Sâkyamuni gegeben wurden. Die letzten dreißig Jahre seines Lebens verbrachte er im Lehren seiner religiösen Methode und dem organisieren seines Asketenordens, welcher, wie wir oben gesehen haben, hauptsächlich durch jene Fürsten gefördert oder zumindest ermutigt wurden, mit denen er durch seine Mutter verwandt war, nämlich Ketaka, Srenika und Kûnika, die

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[1] Nâtaputta in Pâli und Prâkrit. Die Buddhisten nennen ihn Nigantha Nâtaputta, d.h. âtriputra der Nirgrantha oder Gaina Mönch

[2] Dieser Abschnitt seines Lebens ist Gegenstand einer Art von Balladen verkörpert in der Âkârâga Sûtra (I, 8)