Seite XXXI                                                                                                        Jainismus Inhalt gesamte Vorlesung                                                              Âkârâga Sûtra und Kalpa Sûtra

[Absatz geht weiter] Buddha spricht in seiner ersten Predigt in Benares, von seiner Religion als jenes yass’ atthâya kulaputtâ sammad eva agârasmâ anagâriyam pabbaganti: dessentwillen die Söhne von Adelsfamilien aus dem Haus gehen, und in den Stand der Hauslosigkeit eintreten[1]. Dass auch die Gainas den Kshatriyas den Vorrang vor der Brâhmanen gaben, ist erwiesen durch die seltsame Legende über die Übertragung des Embryos von Mahâvîra aus dem Schoß der Brâhmanî Devânandâ zu dem der Kshatriyânî Trisalâ, es ist behauptet worden, daß eine Brâhma oder eine andere Frau von niedriger Familie nicht würdig war Geburt einem Tîrthakara zu geben[2].

Auf der anderen Seite ist es wahrscheinlich dass Brâhmanische Asketen Kameraden-Asketen von anderen Kasten wie ihnen vollständig gleichgestellt betrachteten, obwohl sie geradeso strenggläubig wie sie selbst waren. Denn in späteren Zeiten setzte sich die Meinung durch, dass nur Brâhmanen berechtigt waren, in das vierte Âsrama einzugehen, und als ein

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[1] Mahâvagga I, 6, 12

[2] Diese Legende ist durch die Digambaras als ungereimt zurückgewiesen worden, aber die Svetâmbaras halten unbeirrt seine Wahrheit aufrecht. Da es in der Âkârâga und der Kalpa Sûtra begründet ist, kann es nicht bezweifelt sein, dass es sehr alt ist. Hingegen ist es überhaupt nicht klar aus was für einem Grund eine so ungereimte Legende erfunden geworden sein konnte und Verbreitung gewonnen hat. Doch mag mir erlaubt sein meine Ansicht zu diesem dunklen Punkt anzubieten. Ich nehme an, dass Siddhârtha zwei Frauen hatte, die Brâhmanî Devânandâ, die wirkliche Mutter von Mahâvîra und die Kshatriyânî Trisalâ; denn der Name des angeblichen Mannes der ersteren, nämlich Rishabhadatta, kann nicht sehr alt sein, weil seine Prâkrit Form würde in diesem Fall wahrscheinlich Usabhadinna anstatt von Usabhadatta sein. Daneben ist der Name so beschaffen wie er nur einem Gaina gegeben werden konnte, nicht einem Brâhmanen. Ich mache deshalb keinen Zweifel, dass Rishabhadatta durch die Gainas erfunden wurde um Devânandâ mit einem anderen Mann zu versehen. Nun war Siddhârtha verbunden mit Personen von hohem Rang und grossem Einfluss durch seine Heirat mit Trisalâ. Es war deshalb wahrscheinlich gedacht lohnender zu sein, dass Mahâvîra der Sohn und nicht bloss der Stiefsohn von Trisalâ war, aus diesem Grund, dass er für das Erbe ihrer Verwandtschaft berechtigt sein sollte. Diese Geschichte könnte umso leichter Glaubwürdigkeit gewonnen haben weil Mahâvîra's Eltern viele Jahre tot waren als er als Prophet hervortrat. Aber weil die wirkliche Sachlage nicht vollständig vom Gedächtnis der Leute gelöscht werden konnte, wurde die Geschichte vom Embryotransfer erfunden. Die letztere Idee war nicht eine ursprüngliche Auffassung der Gainas, aber ist bewiesenermassen von der Purânic Geschichte vom Embryotransfer von Krishna vom Schoss der Devakî zu der von Rohinî geliehen. Die Verehrung von Krishna scheint beliebt gewesen zu sein während den ersten Jahrhunderten der Entwicklung des Gaina Glaubens; denn die Gainas haben die ganze Geschichte von Krishna wiedergegeben mit kleinen Veränderungen in Bezug auf das Leben des zweiundzwanzigsten Tîrthakara, Arishtanemi, der ein berühmter Yâdava war.