SEITE 122 Jainismus Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung Uttarâdhyayana Sûtra
und Kinnaras (versammelten sich dort), und es kamen dort auch unsichtbare Geister[1] zusammen. (20)
Kêsi sagte zu Gautama: "Ich möchte dich etwas fragen, heiliger Mann". Dann zu diesen Worten von Kêsi machte Gautama die folgende Antwort: "Herr, frage, was immer du willst." "Das vom großen Weisen Pârsva gelehrte Gesetz, erkennt nur vier Gelübde, während die der Vardhamâna fünf vorschreibt." (23)
"Beide Gesetze verfolgen das gleiche Ziel, was hat diesen Unterschied verursacht? Hast du keine Bedenken über dieses doppelte Gesetz, O weiser Mann?" (24)
Dann zu diesen Worten von Kêsi machte Gautama die folgende Antwort: "Weisheit erkennt die Wahrheit des Gesetzes und die Feststellung von wahren Dingen. (25)
"Die ersten[2] Heiligen waren einfach, aber langsam im Begreifen, die letzten Heiligen Ausflüchte machend und langsam im Begreifen, jene dazwischen die zwei einfach und weise, daher gibt es zwei Formen des Gesetzes[3]." (26)
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[1] Bhûya = bhûta, erklärt Vyantara. Die vantara oder vânamantara sind eine Klasse von Geistern. Der zweite Teil des Wortes ist offenbar tara "Kreuzung" und die erste scheint einen Akkusativ vam oder vânamam zu enthalten, der mit viha oder vyôman "Luft" verbunden werden kann.
[2] Jene unter den ersten Tîrthakaras
[3] Die Bedeutung dieser Erklärung ist wie folgt. Da das Gelübde der Keuschheit nicht explizit unter Pârsva’s vier Gelübden erwähnt ist, aber verstanden wurde, von diesen stillschweigend auferlegt zu sein, folgt daraus, dass nur solche Männer, die von einer aufrechten Gesinnung und schnellem Verständnis waren, nicht in die Irre gehen würden, beim buchstäblichen beachten der vier Gelübde, d.h. durch nicht Verzicht auf Sexualverkehr, da es nicht ausdrücklich verboten war.-- Die Argumentation im Text setzt einen Verfall der Sitten der Mönche voraus, der zwischen Pârsva und Mahâvîra stattgefunden hat, und dies ist nur möglich bei der Annahme einer ausreichenden Zeitspanne die SEITE 123 zwischen den beiden letzten Tîrthakaras verstrichen war. Und das stimmt vollkommen mit der gemeinsamen Überlieferung überein, dass Mahâvîra 250 Jahre nach Pârsva kam