VERS 8 ZURÜCK INHALT VOR CHARAKTERISTIKEN VON JÎVA THEMA 2 Dravya-Saṃgraha
8. Gemäss Vyavahâra Naya, ist Jîva die Tuende der Pudgala Karmas. Gemäss Niśchaya Naya, [ist Jîva die Tuende der] Gedachten Karmas. Gemäss Suddha Naya, [ist Jîva die Tuende] der Suddha Bhâvas.
KOMMENTAR
In diesem Vers wird die Jaina Lehre des Kausalprinzips als dem Ursprung der Welt kurz behandelt. Ursachen sind allgemein anerkannt von zwei Arten zu sein. Upâdâna (Substanzielle Ursache) und Nimitta (Bestimmende Ursache). Nehme den Fall eines irdenen Topfes. Die Upâdâna oder die substantiell Ursache des irdenen Topfes ist die Erde, und seine Nimitta oder bestimmende Ursache ist der Töpfer und seine Ausführung. Zuallererst formt der Töpfer eine Idee der Gestalt, Grösse, usw. des Topfes, welcher er zu machen vorhat. Diese Existenz des Topfes im Gedanke kann das Ergebnis im Bewusstsein des Töpfers genannt werden. Dann folgt die Existenz des Topfes, welchen wir durch unsere Sinne wahrnehmen können. Gemäss Jaina Metaphysik sind Jîvas nur besessen von unendlichem Wissen, usw., und sind nicht Mittler. Aber Ursächlichkeit wird zu Jîvas zugeschrieben aus verschiedenen Gesichtspunkten. Erstens, Jîvas werden gesagt, Mittler ihrer einenen Ergebnisse zu sein, nämlich unendliches Wissen, Segen, usw. Dies ist gemäss Śuddha (reine) Naya. Wiederum, gemäss Niśchaya Naya weden Jîvas gesagt die Ursachen der Gedanken Karmas zu sein, welche den durch uns wahrnehmbaren Pudgala-Karmas vorhergehen. Gemäss Vyavahâra Naya werden Jîvas auch als Mittler von sogar diesen Pudgala-Karmas erkannt.
Karmas werden allgemein Verstanden von zwei Arten zu sein – Dravya-Karmas und Bhâva-Karmas. Um zu unserem Beispiel von einem Topf zu machen zurückzukommen, mag gesagt werden, die Existenz eines Topfes im Gedanke eines Töpfers ein Bhâva-Karma zu sein, während die materielle Existenz des Topfes durch unsere Sinne wahrnehmbar bekannt ist, ein Dravya-Karma zu sein. Nun, der Töpfer ist direkt die Ursache des Bhâva-Karmas und dieses Bhâva-Karma wiederum ist die Ursache des Dravya-Karma. Es sollte deshalb erinnert werden, dass gemäss Niśchaya Naya, der Töpfer der Mittler des Bhâva-Karma ist (der Topf existiert in Gedanke), und gemäss Vyavahâra Naya, dieser des Dravya-Karma (der durch uns wahrnehmbare Topf).
Gleichermassen sind sie ,im Fall von Jîvas, wirklich besessen der Charakteristiken, nämlich, unendliches Wissen, Segen, usw. Jîvas deshalb kann gemäss Śuddha Naya gesagt werden, Mittler dieser Charakteristiken zu sein. Als nächstes können wir sagen, dass die Jîvas Mittler jener mentalen Einstellungen und Zustände sind, die den Einfluss von Materienpartikel begünstigen. Anhaftung, Abneigung, usw., mögen als Beispiele von solchen Zuständen der Jîvas erwähnt sein. Diese sind die Gedanken-Karmas. Gemäss Niśchaya Naya, sind Jîvas gesagt, die Mittler dieser Klassen von Karmas zu sein. Wenn die Jîvas solche Gedanken-Karmas verursachen hergestellt zu werden, führen diese Gedanken-Karmas auf der anderen Seite zur Entwicklung der materiellen Karmas oder Dravya-Karmas. Es ist gemäss Vyavahâra Naya nur, dass wir über Jîvas als Mittler von Dravyakarmas sprechen können. Das sehr Wesentliche von Dravya-Karmas besteht von Materienpartikell, und diese sind in keiner Weise ähnlich zu Bewusstsein – die Charakteristik von Jîvas. Die Upâdâna oder substantielle Ursache von einem Dravya-Karma ist deshalb Pudgala oder Materie, und ihr Nimitta oder bestimmende Ursache ist das Bhâva-Karma, nämlich, dieser Zustand der Âtmâ, welche es fähig erbringt um das besondere Dravya-Karma anzueignen. Demzufolge ist ein Jîva weder die Upâdâna, noch die Nimitta Ursache von Dravyakarmas, gemäss Niśchaya Naya. Es ist nur aus der Vyavahâra Sichtweise, dass wir sagen, dass die Jîvas Ursachen von Dravyakarmas sind. Aber, in Wirklichkeit, (gemäss Niśchaya Naya), ist Jîva nur der Mittler seiner eigenen Einstellungen (Bhâvas). In Pañchâstikaya-samayasâra haben wir: „Âtmâ ist der Mittler seiner eigenen bhâvas, da es seine eigenen Ergebnisse verursacht. Aber es ist nicht der Mittler der Pudgala-Karmas. Dies sollte verstanden werden, die Verhaltensmassregel des Jina zu sein.“[1]
Das Universum ist demnach zusammengesetzt aus Jîvas und Ajîvas. Pudgala oder materie ist die substantielle Ursache von jedem materiellen Ding, während verschiedene Bhâva oder Gedanken-Karmas die bestimmende Ursache von diesen sind. Jîvas bewirken diese Gedankenkarmas erzeugt zu werden. Somit können zwei arten von Substanzen, materielle und spirituelle, betrachtet werden, die Ursache von allen Arten der Manifestationen zu sein. Es gibt viele Einheiten von diesen spirituellen von Eigenschaften besessenen Substanzen, welche bekannt sind Jîvas, und es gibt auch viele Einheiten von materiellen Substanzen (Pudgala), welche wiederum ihre eigenen charakteristischen Eigenschaften haben. Diese zwei Arten von Substanzen handeln und reagieren auf jeden andern, und ein beständiger Zustand von Tätigkeiten geht in diesem Universum vor.
Die Jaina Lehre des Kausalprinzips der Welt sollte deshalb erinnert sein als ziemlich unterschiedlich von dem Gleichen der Hinduphilosophie, wie Vedanta, welche behaupten, dass das Ganze des Universums ein homogenes spirituelles Brahma ist, oder, wie Chârvâka, welche behaupten, dass das Universum nur aus Materie zusammengesetzt ist.
Der Kommentator, Brahmadeva, sagt, dass dieser Vers die Lehre der Sâṅkhya Philosophie, dass Puruṣa (entsprechend dem Jîva der Jainas) immer Udâsîna (wörtlich gleichgültig, d.h. ohne Aktivität) ist, denn hier wir es erkannt, dass Jîva ein Mittler ist.[2]
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