VERS 13                                                                                                 ZURÜCK  INHALT  VOR                                                     CHARAKTERISTIKEN VON JÎVA THEMA 2 Dravya-Sagraha

 

13.    Wieder, gemäss zu unreinem (Vyavahâra) Naya, Sasârî Jîvas sind von vierzehn Arten gemäss Mârgaâ und guasthâna. Aber gemäss reiner Naya sollten alle Jîvas verstanden werden, rein zu sein.

 

KOMMENTAR

 

Dieser Vers, wenn durch und durch verstanden, wird uns die Lehre des Jainismus über die schrittweisen Stufen der Entwicklung der Seele bekannt machen.

Das Ganze des Universums ist voll von sehr winzigen lebenden Wesen, technisch Nigoda genannt. Diese unendlichen und bewussten Wesen sind nicht in einem spürbaren Entwicklungsstand. Von diesen Wesen kommen die entwickelnden Seelen heraus und werden, nach den verschiedenen Entwicklunszuständen durchzugehen, befreit. Diese Wesen sind deshalb die Quelle aus welchen sich für Entwicklung sehnende Seelen herauskommen. Die Entwicklungszustände sind vierzehn in Zahl, und technisch sind diese als Guasthânas bekannt. In Gommatasâra, haben wir die folgende Liste der vierzehn Guasthânas: -

„Die vierzehn Guasthânas sollten bekannt sein  Mithyâtva, Sâsâdana, Miśra, Avirata-samyaktva, Deśavirata, Virata, Pramatta, Itara (d.h. Apramatta), Apûrva, Anivritta, Sûkma, Upaśânta-kîamoha, Sayogi-kevali-jina und Ayogi.“

In der ersten Stufe hat eine Person keinen Glauben in die Wahrheit der Jaina Lehren. Selbst wenn dies ihm gelehrt werden, gaubt er nicht in sie, aber hält im Gegensatz falsche Glauben, ob gelehrt oder nicht. Die wahren Lehren erscheinen ihm so abscheulich wie süsser Sirup einem an Fieber leidenden Mensch.[1] Diese Stufe ist als die Mithyâtva Guasthâna bekannt.

Die zweite Stufe ist eine Übergangsstufe. Wenn wir wahren Glauben verliert und kommt an falsche Lehren zu glauben, wie in der ersten Stufe, geht er durch die zweite Stufe, die als Sâsâdana bekannt ist. Dies ist eine Zwischenstufe im Fallen aus den Höhen von Samyaktva (richtigen Glaubens) zur Ebene von Mithyâtva (falschem Glauben).[2] In der dritten oder Miśra Stufe hat eine Person wahren und falschen Glauben in einer gemischten Weise. Das ist zu sagen, weder ein Begehren, wahren Glauben zu haben, noch einen Wunsch, falsche aufzugeben erscheinen in seinem Geist. Samyaktva und Mithyâtva sind vermischt wie Quark und Sirup.[3]

Eine Person in der vierten Stufe kontrolliert übermässigen Zorn, Stolz, Trug und Gier/Geiz,[4] und zweifelt nicht an der Wahrheit der richtigen Lehren. Aber während dieser Stufe ist er unfähig die moderaten oder leichten Grade von Zorn, usw. zu kontrollieren. Jedoch ein Bemühen für Selbstkontrolle wird gemacht, da die Person den Wert davon schätzt, obwohl die Bemühung nur zu einem sehr beschränkten Ausmass erfolgreich ist.

In der fünften Stufe wird eine Person fähig leichte Grade von Leidenschaft wie Zorn, usw., zu kontrollieren und ist in einem grösseren Ausmass als in der vierten Stufe erfolgreich in Selbstkontrolle einzurichten.

In der sechsten Stufe beginn eine Person zu verzichten auf Verletzung, Falschheit, Substanzen zu nehmen, die ihm nicht gegeben werden, Lust und ein Begehren, weltliche Besitztümer zu haben. Aber diese Versuche sind nicht immer erfolgreich.

In der siebten Stufe, ist eine Person erfolgreich in Ausübung ohne irgendeine Übertretung, Nicht-Verletzung, Wahrheit, Keuschheit, Nicht-Annahme von nicht geschenkten Dingen und von Leidenschaften im Allgemeinen.

In der achten Stufe, kommen immer noch milde Zustände von Leidenschaften auf, aber die Person geniesst ein unausdrückliches Entzücken durch entweder ihre Konsequenzen zu überprüfen oder zu zerstören.

Eine Person in der neunten Stufe wird ohne das Begehren Genüsse zu haben, die er sah, hörte oder früher teilnahm, und übt Meditation über die wahre Wesensart seiner Seele aus.

In der zehnten Stufe wird eine Person durch Meditation fähig die feinstofflichen Formen von Gier/Geiz zu zerstören.

In der elften Stufe gewinnt eine Person Macht alle Mohanîya (berauschenden) Karmas zu kontrollieren, aber diese verschwinden nicht völlig.

In der zwölften Stufe verschwienden alle Leidenschaften und Mohanîya Karmas völlig.

Eine Person in der dreizehnten Stufe zerstört die Jñânavaraîya, Darśana-varaîy und Antaraya genannten Karmas und es erscheint wie die Sonne von Wolken befreit. Er erlangt Wissen von jedem in diesem Universum existierenden Ding. Aber in dieser Stufe bleibt Yoga immer noch, welche in der nächsten oder vierzehnten Stufe verschwindet und die Person erreicht Befreiung.

Jetzt werden wir sehen, was durch marganas gemeint ist. Diese Zustände oder Bedingungen in welchem die Jîvas gefunden werden, sind als Marganas bekannt und diese siind von vierzehn Arten, nämlich

(1)                Gati

(2)                Indriya

(3)                Kaya

(4)                Yoga

(5)                Veda

(6)                Kaaya

(7)                Jnana

(8)                Samyama

(9)                Darśana

(10)             Lesya

(11)             Bhavya

(12)             Samyaktva

(13)             Sangya und

(14)             Ahara.

Indriya oder Sinne sind fünf, nämlich die Sinne des Sehens, Hörens, Berührens, Schmeckens und Riechens.

Kaya oder Körper ist von sechs Arten, nömlich fünf Arten von Sthavara, Erde, Wasser, Feuer, Luft und Pflanzliches – und Trasa.

Yoga ist die Kraft eines Tätigkeiten von Geist, Rede und Körper besitzenden Jîva, durch welche Materienpartikel in Richtung zu ihr angezogen werden. Yoga oder Vereinigung ist hauptsächlich von drei Arten, nämlich

(1)    Mit Bezug auf Geist

(2)    Mit Bezug auf Rede und

(3)    Mit Bezug auf Körper.

Und wiederum, jeder der ersten zwei von diesen ist von vier Arten. Geist kann gewendet werden auf Dinge, welche wahr sind, auf Dinge, welche falsch sind, auf Dinge, welche beides sind, wahr und falsch, und auf Dinge, welche weder wahr noch falsch sind. Rede kann auch auf Wahrheit, Falschheit, gemischt Wahrheit und Falschheit und weder Wahrheit noch Falschheit gelenkt werden. Einheit in Körper wiederum ist von sieben Arten:

(1)    Wie in den Körpern von menschlichen Wesen und niederen Tieren, welche in Grenzen festglegt sind

(2)    Ein gemischter Zustand des ersten

(3)    Wie in den Körpern der Insassen von Himmel und Hölle, welche zunehmen oder abnehmen können

(4)    Ein gemischter Zustand des dritten

(5)    Wie inm Körper, welcher aus dem Kopf eines Weisen in der sechsten Entwicklungsstufe zu einem Kevali zu gehen herauskommt

(6)    Ein gemischter Zustand des fünften und

(7)    Wie in der Form, die sich aus den acht Arten von Karma ergibt.

Veda oder Geschlecht ist von drei Arten: Mann, Frau und Eunuch.

Kasaya oder Leidenschaften sind vier: Zorn, Stolz, Täuschung und Gier/Geis. Jede dieser ist wiederum von vier Arten gemäss der unterschiedlichen Intensitätsgrade.

Jñâna ist von acht Arten: Mati, Sruta, Avadhi, Mana-paryaya, Kevala, Kumati, Kusruta und Vibhangavadhi.

Samyama oder Einschränkung besteht aus den Vratas (Gelübde), Beachten der Samitis, Überprüfen der Kasayas oder Leidenschaften, Aufgeben der Dandas und Kontrolle der Indriyas (Sinne).

Darśana ist von vier Arten: Chaksu, Achaksu, Avadhi und Kevala.

Lesya ist das durch welches ein Jîva Tugend und Laster mit sich selbst anhäuft. Gefühle aufkommend aus Yoga, gefärbt durch Leidenschaften, führen zu Bhava-Lexya und die tatsächlich Farbe der Körper durch solche Gefühle erzeugt, werden Dravya Lesya genannt. Die Farben sind Schwarz, Blau, Taubengrau, Golden, Lotus-ähnlich und Weiss: Die ersten drei sind sich von bösem Ergebende und die letzten drei von guten Gefühlen.

Diese Eigenschaft durch welche eine Seele vollkommenen Glauben, Wissen und Verhalten erlangt ist als Bavyatva Gua bekannt und dies durch welche jene verschleiert werden wird Abhavyatva Gua genannt. Bhavya Margaa definiert Jîvas, welche jede von dieser Reihe von Eigenschaften besitzt.

Samyaktva ist vollkommener Glaube in den Tattvas oder Hauptgrundsätze des Jainismus.

Sangi Jîvas sind jene, die mit der Hilfe des Geistes fähig sind Handlung Ratschläge und Konversation zu erreichen. Asangi Jîvas sind jene, die von diesem unfähig sind. In Sangya Margaa sind jede dieser Klassen von Jîvas beschrieben.

Ahora ist die Anhäufung von materiellen Partikeln durch Jîvas, um Körper zu erhalten.

Dies sind die vierzehn Arten von Margaa.

Jîvas können gesehen werden mit Bezug auf diese Margaas oder mit Bezug zu den verschiedenen Guasthanas oder Entwicklungsstufen. Aber es muss erinnert werden, dass alle diese Charakteristiken den Jîvas zugeschrieben werden aus dem gewöhnlichen Standpunkt, denn keine von ihnen existiert wirklich in Jîvas.

 

 

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[1] Gommatasâra, Jîva-kânda, Verse 15, 17, 18

[2] Gommatasâra, Jîva-kânda, Vers 20

[3] Gommatasâra, Jîva-kânda, Vers 22

[4] Es sollte hier erwähnt werden, dass in Jainismus die Leidenschaften Krodha (Zorn), Mâna (Stolz), Mâyâ (Trug) und Lobha (Geiz/Gier) als Kaâyas. Diese Leidenschaften sind von vier Abstufungen. Die erste und ausschweifendste Form von diesen wird Anantânubandhi bezeichnet. Die Leidenschaften in dieser Stufe werden gesagt als dauerhaft zu sein wie in einen Stein geschnittene Linien. Die nächste Stufe ist Pratyâkhyâna und die Leidenschaften dauern wie Linien auf Erde. Die dritte Stufe wird Apratyâkhyâna genannt in welcher die Leidenschaften ihr Bestehen wie Linien auf Staub haben. In der vierten oder Sajvalana Zustand verschwinden die Leidenschaften leicht wie Linien auf Wasser. Die gegebenen Beispiele zeigen die graduellen Abstufungen der Dauer und Dauerhaftigkeit der Leidenschaften. Wenn ein Mensch durch die aufeinanderfolgenden Entwicklungsstufen durchgeht, verschwinden diese verschiedenartigen Leidenschaftsklassen eine nach der andern.