SEITE 6 Jainismus Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung Uttarâdhyayana Sûtra
Weder kühn aufgerichtet, noch demütig hinuntergebeugt, weder zu nahe noch zu weit weg stehend, sollte ein Mönch erlaubte[1] Lebensmittel annehmen, die für jemand anderen vorbereitet wurde[2]. (34)
An einem Ort, der oben bedeckt ist und auf allen Seiten geschützt, wo es keine lebenden Wesen noch Samen gibt, sollte ein Mönch in Gesellschaft essen, zurückhaltend und unbekleidet. (35)
Ein Mönch sollte ebenso unerlaubte solche Nahrung vermeiden wie gut gewürzt ist, oder gut gekocht oder gut geschnitten, oder solche, in denen viel Gewürz ist, oder welches sehr reichhaltig, oder sehr viel schmackhaft gemacht, oder viel gesüßt ist [3]. (36)
(Der Lehrer) entnimmt Freude an der Unterweisung eines (Schülers), wie der Reiter (im handhaben) eines gut gezähmten Pferdes; aber er ermüdet einen törichten (Schüler) zu unterrichten, ebenso wie der Reiter (ermüdet) ein ungezähmtes Pferd zu (handhaben). (37)
(Ein schlechter Schüler denkt:) "Ich bekomme nur Schläge und Ohrfeigen, harte Worte und Hiebe;" und er glaubt, ein Lehrer, der ihn gut unterweist, ein böswilliger Mann zu sein. (38) (38)
Ein guter Schüler hat die beste Meinung (von seinem Lehrer), denkend, dass er ihn behandelt wie seinen Sohn oder Bruder oder einen nahen Verwandten[4]; aber ein übelwollender Schüler wähnt sich wie ein Sklave behandelt. (39)
Er sollte nicht provozieren seines Lehrers Zorn, noch
[1] Phâsuya, übersetzt prâsuka, und erklärte: frei von lebenden Wesen.
[2] Parakada, vorbereitet für den Haushaltsvorstand oder eine andere Person, aber nicht für den Mönch selbst
[3] Die Übersetzung der Begriffe in diesem Vers ist vielmehr Vermutung, trotz der Erklärungen im Kommentar
[4] Ich übersetze nach der Auslegung des Kommentators, was wahrscheinlich richtig ist; aber der Text setzt alle Regeln der Grammatik zur Missachtung.