SEITE 162                                                                                       Jainismus  Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung                                             Uttarâdhyayana Sûtra

allen Objekten, dabei hört er auf sich in irgendeinem Unternehmen zu beschäftigen, in Folge dessen er die Straße von Samsâra verlässt und die Strasse zur Vollkommenheit betritt. (2)

3. Herr[1], was erlangt die Seele durch das Verlangen nach dem Gesetzes? Durch das Verlangen nach dem Gesetzes wird die Seele gleichmütig zu Vergnügen und Glück, welchem er angehaftet war; er verlässt das Leben der Haushaltvorstände, und als ein hausloser Mönch setzt er ein Ende aller Schmerzen von Körper und Geist, welche bestehen in (dem Leiden von) Schneiden, Durchlöchern, Vereinigung (mit unangenehmen Dingen), usw.; und er erhält ungehindertes Glück. (3)

4. Mit dem Gehorsam zu Glaubensbrüdern und zum Guru erhält die Seele Disziplin (Vinaya). Durch Disziplin und Vermeidung von Fehlverhalten (gegenüber dem Lehrer[2]) vermeidet er es, als ein Bewohner der Hölle, ein Tier, ein (geringer) Mensch oder ein (schlechter) Gott wiedergeboren zu werden; durch eifriges Lob auf, Hingabe an, und Achtung für (den Guru) erhält er Geburt als ein (guter ) Mensch oder Gott, gewinnt Vollkommenheit und Glückseligkeit, macht alle lobenswerten Maßnahmen, verschrieben durch Disziplin, und gewinnt die Oberhand über andere, um Disziplin anzunehmen. (4)

5. Mit dem Bekenntnis der Sünden (vor dem Guru) befreit sich die Seele von den Dornen, sozusagen, der Täuschung, falsch angewendeter Strenge[3], und falscher Glaubensanschauung, welche den Weg zur endgültigen Befreiung behindern und zu einer endlosen Wanderung der Seele führen, er erhält Einfachheit, wobei die Seele, die frei von Täuschung ist, nicht dieses Karman erwirbt, welches in seinem fleischlichen Verlangen nach einer Frau oder Eunuchen[4] 4 resultiert, und solches Karman, wie er zuvor erworben hat, vernichtet. (5)

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[1] Auf diese Weise öffnen alle Absätze bis zu § 72 mit einer offenen Frage von immer der gleichen Form. Ich lasse die Frage in der Folge fallen.

[2] Atyâsâtana

[3] Nidâna, vergleiche SEITE 60, n. 2

[4] Das ist der Sinn der Worte itthîvêya napumsagavêyam SEITE 163 = strîvêda, napumsakavêda, wie erklärt von den Kommentatoren auf XXXII, 102.