SEITE 410 Jainismus gesamtes Kapitel Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung Sûtrakritâṅga Sûtra
"Der unbeständige Mann hat sich über diese Lebensweise entschieden[1]: aufzustehen in einer Menge von Menschen, umgeben von Mönchen, um seine Lehre zum Wohle vieler Menschen zu lehren. Daher ist sein früheres und sein jetziges Leben nicht aus einem Stück. (2)
"Entweder als ein einzelner Bettler zu leben (war richtiges Verhalten) oder sein jetziges Leben; also beides stimmt nicht miteinander überein."
Ârdraka..
"Sein vergangenes, gegenwärtiges, und zukünftiges Leben stimmen miteinander überein, denn er ist eigentlich immer nur einzeln und allein (auch wenn er jetzt von vielen Anhängern umgeben sein sollte)." (3)
"Denn wenn ein Sramana oder Brâhmana, der Frieden und Sicherheit bewirkt, die Wesensart der beweglichen und unbeweglichen lebenden Wesen begreift und sie in einer Tausende zählenden Menschenmenge erklärt, verwirklicht er Vereinzelung, noch im gleichen psychischen Zustand verbleibend wie zuvor[2]." (4)
"Es ist keine Sünde, das Gesetz zu unterrichten, wenn (er der es lehrt) geduldig ist und weggetreten, seine Sinne bändigt, schlechte Rede vermeidet, und tugendhafte Rede verwendet." (5)
"Er, der die großen Gelübde (von Mönchen) und die fünf kleinen Gelübde (der Laien[3]), die fünf Âsravas und das Stoppen der Âsravas und (Selbst-)Kontrolle (lehrt), der Karman vermeidet in diesem gesegneten Leben von Sramanas, den nenne ich einen Sramana." (6)
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[1] Laut den Kommentatoren, Gôsâla deutet an, daß es Mahâvîra sehr unbequem gefunden hatte, allein zu leben, weil er dann vielen Verletzungen ausgesetzt war; so stellte er sich als Tîrthakara auf.
[2] Tahakke = tathârka. Ârkâ wird hier als gleich zu Lesyâ erklärt.
[3] Anuvrata. Sie sind eine Abänderung der grossen Gelübde, für die Laien bestimmt. See Siehe Bhandarkar's Report, S. 114