SEITE 317 Jainismus gesamtes Kapitel Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung Sûtrakritâṅga Sûtra
an sie glaubende Menschen werden im endlosen Kreis der Geburten herumwirbeln. (6)
"Dort geht die Sonne nicht auf, noch geht sie unter; dort nimmt kein Mond zu, noch nimmt er ab; es gibt keine laufenden Flüsse, noch keine blasenden Winde; die ganze Welt wird festgestellt unwirklich zu sein[1]." (7)
Wie ein Blinder, wenn er ein Licht hat, keine Farben sieht, usw., denn er ist seines Augen(lichts) entzogen, so die Akriyâvâdin, eine verzerrte Urteilskraft habend, die Handlung (der Seele) nicht anerkennt, obwohl sie besteht. (8)
Viele Menschen in dieser Welt, die Astrologie studiert haben, die Kunst der Traumdeutung, Wahrsagen aus den Diagrammen, Vorzeichen, Wahrsagerei von körperlichen Merkmalen, und von Vorzeichen, und den acht Zweigen (der Weissagung aus Vorzeichen), kennen die Zukunft[2]. (9)
(Die Gegner sagen, dass) einige Prognosen wahr sind, und die Prophezeiungen von anderen beweisen Unrecht; daher studieren sie nicht jene Wissenschaften, aber sie behaupten, die Welt zu kennen, Narren indessen seien sie[3]. (10)
Die (Kriyâvâdins) Sramanas und Brâhmanas die Welt verstehend (nach ihrem Begriffsvermögen), sprechen so: Elend wird durch die eigenen Werke erzeugt, nicht durch jene von jemand anderem (nämlich Schicksal, Schöpfer, usw.)[4]. Aber richtiges Wissen und Verhalten führen zu Befreiung. (11)
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[1] Dies ist die Stellungnahme der Sûnyavâdins, die betrachtet werden, zu den Akriyâvâdins zu gehören, weil sie alle Handlungen leugnen, selbst solche, die von jedermann wahrgenommen werden (Sîlâṅka).
[2] Dies wäre unmöglich, wenn die ganze Welt unwirklich war
[3] Eine verschiedenen Lesung, kommentiert darauf durch die Gelehrten, lautet so: âhamsu viggâpalimokkham êva, sie sagen, "dass man Wissenschaft aufgeben muss".
[4] Die Kriyâvâdins verfechten, nach Sîlâṅka, dass Arbeiten alleine, für sich selbst, ohne Wissen, zu Môksha führt.