SEITE 383                                                                Jainismus gesamtes Kapitel Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung                                     Sûtrakriga Sûtra

Sinn, und seine Bedeutung verstanden, dessen ganzes Knochenmark[1] durch ihre Liebe (für das Nirgrantha Glaubensbekenntnis) durchdrungen worden ist, gelobend, dass es einzig wahr ist, und alle anderen vergeblich. Sie halten den Riegel[2] (ihrer Tore) erhoben und ihre Türe offen, keinen Wunsch habend, ein fremdes Haus zu betreten oder seinen Serail. Sie halten strikt die Pôsaha-Fasten auf dem vierzehnten und achten Tag des Monats, an gewissen Festtagen[3], und an Vollmond-Tagen. Sie versorgen die Nirgrantha Sramanas mit reiner annehmbarer Nahrung, Getränk, Leckereien und Gewürze, mit Kleidung, Almosen-Schalen, Decken und Besen, mit Drogen und Medikamenten, mit Hocker, Planken, Betten und Sofas. Sie reinigen sich durch das Ausüben der Silavratas und Gunavratas[4], die Viramana, die Pratyâkhyâna,

nächste SEITE 384


 

[1] Hier fügt der Kommentator die folgende Geschichte ein: in gagriha lebte ein in magischen Künsten bewanderter Mönch; er entführt jede Frau, die er sah. Auf das Beschweren der Bürgerinnen und Bürger über die Vergewaltigung, der König entschloss sich, den Mann herauszufinden und zu bestrafen. Ihn ihn endlich am fünften Tag erblickend, ging der König ihm nach, bis der Mönch in einem hohlen Baum des Parks verschwand, der zu einem unterirdischen Raum führte. Der König folgte und tötete ihn. Er befreite alle Frauen, die der Mönch gefangen hatte. Aber eine von ihnen wollte nicht wieder zu ihrem Mann zurückkehrten, hoffnungslos in Liebe zu ihrem Verführer verfallen. Auf Anraten einiger weisen Menschen wurde sie zum trinken des Mönchs (zerstoßene) Knochen gemischt mit Milch gebracht. Dies nahm den Zauber von ihr und heilte sie von ihrer seltsamen Leidenschaft.

[2] Ûsiyaphaliha = ukkhritaparigha. Der Kommentator verwfehlt phaliha für spatika, und arbeitet vergeblich um einen guten Sinn auszumachen.

[3] Uddishta

[4] Betreffend Gunavratas Bhandarkar siehe  Bhandarkar's Report, 1883, 1884, SEITE 114. Die Sîlavratas sind offenbar identisch mit der Anuvratas, ebenda. Hoernle übersetzt diese Stelle: durch Übungen in den moralischen Beschränkungen (aufgezwungen) von den religiösen Gelübden als auch in den (gewöhnlichen) Enthaltungen und (speziell) Pôsaha-Enthaltungen. Uvâsaga Dasâo, Übersetzung, SEITE 41.